Ibra verballert Elfmeter

Paris St. Germain fliegt aus dem Pokal

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Zlatan Ibrahimovic (Archivfoto) verschoss einen Elfmeter

Annecy - Unter kräftiger „Mithilfe“ seiner Superstars Zlatan Ibrahimovic und David Beckham ist Paris St. Germain eine Woche nach dem Aus in der Champions-League überraschend auch im französischen Pokal gescheitert.

Nur ganz kurz entglitten die Gesichtszüge von Zlatan Ibrahimovic, als die Sensation ihren Lauf nahm. Im Viertelfinale des französischen Pokals eröffnete ausgerechnet der stolze Superstar das Elfmeterschießen für den Topklub Paris St. Germain mit einem Fehlschuss - er hatte damit entscheidenden Anteil an der peinlichen Niederlage (1:4 i.E.) beim Abstiegskandidaten FC Evian TG, deren weiteren Verlauf er mit versteinerter Miene verfolgte.

„Das ist ein Desaster“, sagte PSG-Startrainer Carlo Ancelotti, „das schlimmste Spiel der Saison. Ich bin sehr enttäuscht, wir sind hier sehr selbstgefällig aufgetreten.“ Doch die Kritik der Presse richtete sich in erster Linie gegen Ibrahimovic. Le Parisien warf dem äußerst üppig bezahlten Schweden Teilnahmslosigkeit vor, „er verlor die Bälle auf idiotische Art und Weise“. Dafür gab es 2,5 von 10 Punkten - die schlechteste Note aller Spieler auf dem Platz. „Ein Albtraum-Abend“, schrieb die schwedische Boulevardzeitung Expressen.

Eine Woche nach dem Aus in der Champions League gegen den FC Barcelona war Ibrahimovic mit seinem Scheitern in prominenter Gesellschaft. David Beckham, die zweite Galionsfigur bei PSG, hatte mit einem Stellungsfehler den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich des Außenseiters begünstigt. Der Tunesier Saber Khelifa (44.) entwischte im Rücken des 37-Jährigen und schob unbedrängt ein. Javier Pastore (8.) hatte Paris früh in Führung gebracht.

Das Starensemble aus Paris, es bleibt damit auch im zweiten Jahr nach dem Einstieg der Investoren aus Katar ohne das Double. Auch im Vorjahr war PSG im Viertelfinale gescheitert, in der Meisterschaft hatte das Überraschungsteam HSC Montpellier die Nase vorn. „Wir müssen jetzt nach vorne schauen, die Saison ist ja noch nicht zuende“, sagte Ancelotti. Immerhin, der Titel in der Liga ist der Mannschaft aus der Hauptstadt in diesem Jahr kaum noch zu nehmen. Dennoch zu wenig für die Ambitionen des Klubs, der in den letzten Jahren auch mit den Millionen-Transfers von Spielern wie Pastore, Thiago Motta und Thiago Silva für Aufsehen sorgte.

Ganz anders die Gefühlslage bei Evian, dem Klub aus der Kleinstadt Annecy. „Bravo ETG! Wir haben eine wunderschöne Seite in der Geschichte des Klubs geschrieben“, twitterte Mitbesitzer Bixente Lizarazu. Mit seinen früheren Nationalmannschaftskollegen Zinedine Zidane und Alain Boghossian hatte der Ex-Bayern-Star den Verein 2008 erworben. Bis dahin hatte der Klub als „Croix de Savoie“ noch in der viertklassigen Amateurliga gespielt, als Fusionsklub Evian TG gelang drei Jahre später der Aufstieg in die Ligue 1.

Damals, im Sommer 2011, hatte Lizarazu seine Ankündigung wahr gemacht und war nackt durch den Ort gelaufen - von ähnlichen Plänen im Falle eines Pokalsiegs ist bislang nichts bekannt.

sid

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