Nach EM-Enttäuschungen

Bierhoff: Deutschland kein Paradies

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Jogi Löw (l.) und Oliver Bierhoff

Hamburg - Joachim Löw und Oliver Bierhoff haben nach dem EM-Aus der deutschen U21-Fußballer und dem Scheitern der U19 in der EM-Qualifikation vor Selbstzufriedenheit bei der Talentförderung gewarnt.

„Überall im Ausland höre ich so viel Positives über unsere Nachwuchsarbeit. Man darf aber jetzt nicht den Fehler machen, dass vermittelt wird, wir haben nun ein Paradies, es kommen ständig weitere Top-Talente nach. Das geht nicht automatisch“, sagte Nationalmannschafts-Manager Bierhoff der Sport Bild.

Die jüngsten Rückschläge seien vielmehr Anlass zum Nachdenken. „Es ist nicht so, dass wir im Jugendbereich alles überrollen. Die U19 zum Beispiel hat sich seit dem EM-Titel-Gewinn 2008 nicht mehr für ein Turnier qualifiziert“, so Bierhoff.

Bundestrainer Löw vermisst derweil deutsche Spieler auf den Schlüsselpositionen in der Bundesliga. „Wir sind sehr gut aufgestellt. Am Ende hat aber ein Lewandowski vier Tore gegen Real Madrid im Champions-League-Halbfinale gemacht“, sagte Löw der Sport Bild: „Man darf nicht so vermessen sein und sagen, Deutschland beherrscht jetzt den Welt-Fußball auf Jahre. Auf einigen Positionen sind wir hervorragend besetzt. Es gibt bei uns aber auch Positionen, auf denen ich nicht diese Vielzahl an herausragenden Spielern sehe. Daran muss man noch arbeiten.“

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Bereits am Dienstag hatte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in Tel Aviv kritisch auf die jüngsten Dämpfer hingewiesen. „Wir haben jetzt zum vierten Mal innerhalb kürzester Zeit gegen Holland verloren, zweimal die U17, jetzt die U19 und die U21. Das kann, darf und wird nicht der Anspruch des DFB sein“, äußerte Niersbach.

Darum wird nun auch das Nachwuchskonzept überarbeitet. Bis 2016 sollen zusätzlich 7,6 Millionen Euro an die Dritt- und Regionalligisten ausgeschüttet werden, die freiwillig ein Nachwuchs-Leistungszentrum betreiben.

sid

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