Bei Özil und Real liegen die Nerven blank

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Mesut Özil (l.) flog vom Feld

Madrid - Die deutschen Nationalspieler Sami Khedira und Mesut Özil haben mit Spaniens Rekordmeister Real Madrid erneut Punkte im Titelkampf der Primera Division liegen lassen, zudem sah Özil kurz vor Schluss die Rote Karte.

Bei Mesut Özil und Real Madrid liegen die Nerven blank: Die Roten Karten für den deutschen Fußball-Nationalspieler, seine Teamkollegen Sergio Ramos und Pepe beim enttäuschenden 1:1 der Königlichen bei Abstiegskandidat FC Villarreal verdeutlichten den Frust bei Spaniens Spitzenreiter. Acht Minuten vor dem Abpfiff kassierten die Königlichen den Ausgleich, womit der Vorsprung auf Verfolger FC Barcelona binnen vier Tagen von zehn auf sechs Punkte zusammengeschmolzen ist.

„Real verliert die Fassung, und der Titelkampf läuft rot an“, schrieb Madrids Hauspostille Marca nach dem skandalösen Auftritt des Starensembles. Wie geladen Özil und Co. zehn Runden vor Saisonende waren, verdeutlichte der nach Spielende selbst auferlegte Presseboykott. „Trainer und Mannschaft haben aus Empörung über den Schiedsrichter aus Angst vor unkontrollierten Aussagen entschieden, nicht mit Journalisten zu sprechen“, teilte Real vor dem Abgang seiner Delegation aus Madrigal einem spanischen TV-Sender mit.

Außer Kontrolle waren die Madrilenen, die schon am vergangenen Sonntag beim 1:1 gegen Europa-League-Kandidat FC Malaga Punkte liegen ließen, allerdings schon auf dem Feld geraten. Özil spielte dabei eine zentrale Rolle. Der Ex-Bremer und -Schalker klatschte Referee Paradas Romero nach Villarreals Ausgleich und „Rot“ für Star-Trainer Jose Mourinho wegen heftiger Proteste sowie „Gelb-Rot“ für Ramos (83.) spöttisch Beifall. Der deutsche Star erhielt von dem Andalusier dafür ebenfalls die Rote Karte. Pepe beleidigte den Schiedsrichter nach Spielschluss in den Katakomben gar noch als „Dieb“ und „Hurensohn“.

Die Empörung von Reals portugiesischem Superstar Cristiano Ronaldo, der auf Özils Vorlage mit seinem 33. Saisontor Madrids Führungstreffer (62.) erzielt hatte, blieb hingegen folgenlos. „Wir werden immer wieder bestohlen“, schimpfte der Goalgetter.

Neben dem Unparteiischen, der Villarreal vor der Pause sogar noch einen klaren Strafstoß verweigert hatte und eine von elf Verwarnungen gegen Özils Nationalmannschaftskollegen Sami Khedira verhängte, geriet im Real-Lager allerdings auch Mourinho ins Fadenkreuz der Medienkritik.

Die Zeitung El Pais machte den exzentrischen Coach wegen überzogener Proteste gegen die Entscheidung für Villarreals Freistoß, den Marcos Senna zum 1:1 nutzte, für die Eskalation auf dem Platz verantwortlich. Das Blatt warf dem Portugiesen die Aufwiegelung seiner Mannschaft vor: „Mourinho macht Real hysterisch. „ Wie aufpeitschend der Erfolgscoach auf sein Umfeld wirken kann, unterstrich in Villarreal schon kurz nach dem Seitenwechsel die vierte Rote Karte in der laufenden Saison für Fitness-Trainer Rui Faria.

Gelegenheit zur Rehabilitierung hat Real schon am Samstag. Zur Generalprobe für das erste Champions-League-Viertelfinale drei Tage später bei APOEL Nikosia empfängt Madrid Real Sociedad San Sebastian und muss dabei auf jeden Fall ohne Özil auskommen. Wie lange der Spielmacher wegen seines unsportlichen Verhaltens gesperrt wird, entscheidet sich voraussichtlich am Freitag.

sid

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