Odonkor trifft für Aachen - Frankfurt weiter erfolgreich

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Freute sich sehr über seinen ersten Treffer für Alemannia Aachen: David Odonkor

Aachen - Sein Flankenlauf bei der WM 2006 gegen Polen hat ihn zum Publikumsliebling gemacht, jetzt trifft David Odonkor für Alemannia Aachen. Auch Absteiger Eintracht Frankfurt ist weiter erfolgreich.

Der Bann ist gebrochen: Mit dem ersten Saisonsieg hat Alemannia Aachen am Sonntag das lang ersehnte Erfolgserlebnis gefeiert und zugleich den letzten Tabellenplatz in der 2. Fußball-Bundesliga abgegeben. Die Alemannia gewann das Kellerduell gegen den FC Ingolstadt zu Hause vor 15.622 Zuschauern 3:1 (2:0) und tauschte mit den Gästen, die nun Letzter sind, die Positionen im Klassement.

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Verteidiger Seyi Olajengbesi brachte die Alemannia mit einem Kopfballtor in Führung (22. Minute). Benjamin Auer erhöhte für die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel in seinem 200. Zweitligaspiel auf 2:0 (27.). Nach dem Wechsel gelang Stürmer Edson Buddle für Ingolstadt, das zuletzt drei Spiele in Folge verloren hatte, per Kopf noch der Anschlusstreffer zum 1:2 (52.), ehe David Odonkor in der Nachspielzeit mit einem Konter auf das leere Ingolstädter Tor alles klar machte.

Vor der Pause war Aachen die klar tonangebende Mannschaft. Trainer Funkel hatte Reinhold Yabo für Bas Sibum, der wegen einer Gelbsperre fehlte, ins Team genommen. Zudem musste Aachens Torwart Davis Hohs passen, für ihn stand Tim Krumpen zwischen den Pfosten. Die schwungvoll angreifende Alemannia vergab mehrere gute Chancen, frühzeitig alles klar zu machen.

Nach dem Wechsel übernahmen die Ingolstädter zunächst in Initiative. Der bisherige Tabellenvorletzte wurde auch schnell belohnt, als Buddle kurz nach Wiederanpfiff traf. Doch mehr als der Anschlusstreffer sprang für die Mannschaft von Trainer Benno Möhlmann, der wieder auf Torwart Sascha Kirschstein zurückgreifen konnte, da Ramazan Özcan mit einer Schulterverletzung ausfiel, nicht heraus. Aachens Torschütze Auer vergab Mitte der zweiten Halbzeit die Riesenchance, den dritten Treffer für die Alemannia nachzulegen. Doch sein Schuss prallte von der Latte zurück. Erst nach Odonkors erlösendem Treffer zum 3:1 durfte die Alemannia aufatmen.

Pauli bleibt nach Zittersieg oben dran

Der FC St. Pauli hat den Anschluss an das Spitzentrio in der zweiten Fußball-Bundesliga gewahrt. Nach zwei Heimniederlagen in Serie gegen Aue und Düsseldorf gelang den Hamburgern am Sonntag ein glücklicher 2:1 (2:0)-Erfolg über den FSV Frankfurt. Max Kruse (3.) mit einem von Gledson abgefälschten Schuss und Deniz Naki (29.) nach einer sehenswerten Kombination trafen zum achten Saisonsieg für den Bundesliga-Absteiger. Marcel Gaus (75.) war für die Frankfurter erfolgreich, die trotz einer überzeugenden Leistung im unteren Mittelfeld stecken bleiben

St. Pauli zeigte gegen die gut kombinierenden Gäste allerdings erneut gravierende Abwehrschwächen und hatte in der ersten Hälfte großes Glück, ohne Gegentreffer davon gekommen zu sein. Schon in der zweiten Minute klärte Torwart Philipp Tschauner erstklassig gegen Zafer Yelen. In der 42. Minute prallte ein Schuss von Karim Benyamina vom rechten an den linken Pfosten und dann aus dem Tor heraus. Gleich anschließend traf Yelen erneut nur Aluminium.

Die Hamburger überließen nach der Pause den Frankfurtern die Initiative und warteten auf Konterchancen. In der 66. Minute hätte Kruse dabei das Spiel entscheiden können, als er allein vor Torwart Patric Klandt auftauchte aber den Ball nicht am Torwart vorbeibrachte. Unmittelbar vor dem Anschlusstreffer rettete ein Frankfurter bei einem Kopfball von Dennis Daube auf der Linie. Nachdem in der 81. Minute Fabio Morena eine weitere hundertprozentige Chance vergeben hatte, begann für die Hamburger in der Schlussphase das große Zittern - mit glücklichem Ende für die Gastgeber.

Eintracht weiter ungeschlagen

Eintracht Frankfurt bleibt in der 2. Fußball-Bundesliga ungeschlagen auf Aufstiegskurs. Die Hessen feierten am Sonntag beim 3:0 (1:0) gegen den MSV Duisburg ihren achten Saisonsieg und bleiben mit 28 Punkten erster Verfolger von Tabellenführer Greuther Fürth (29). Vor 39 900 Zuschauern schossen Erwin Hoffer (35./53. Minute) mit einem Doppelpack und Alexander Meier (65.) mit seinem achten Saisontor den verdienten Erfolg heraus.

Der Favorit benötigte eine halbe Stunde, um gegen die defensiv eingestellten Gäste ins Spiel zu finden. Zunächst fehlte es im Mittelfeld an Ideen und ohne den verletzten Torjäger Theofanis Gekas (Muskelfaserriss) an der nötigen Durchschlagskraft im Angriff.

Ein fulminanter Freistoß von Benjamin Köhler (32.) an das Lattenkreuz war dann das Startsignal zu einer überzeugenden Offensive der Eintracht. Mit dem Sieg tankten die Hessen Selbstvertrauen für das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal am Mittwoch gegen Bundesligist 1. FC Kaiserslautern.

Union verpasst ersten Sieg in der Fremde

Fußball-Zweitligist Union Berlin hat auch im siebten Versuch den ersten Auswärtserfolg verpasst und musste sich bei Erzgebirge Aue mit einem 1:1 (1:1) begnügen. Nach einem frühen Strafstoß von Aues Thomas Paulus (13. Minute) zum 1:0 glich Torsten Mattuschka (18.) für Union aus. Der Gastgeber kämpfte sich ab der 35. Minute nur noch mit zehn Mann durch eine durchwachsene Partie auf niedrigem Niveau.

Erstmals in dieser Saison gelang Aue ein schneller Führungstreffer in der 13. Minute durch einen souverän verwandelten Strafstoß von Paulus. Zuvor hatte Unions Ahmed Madouni seinen Gegenspieler Tobias Kempe im Strafraum von den Füßen geholt.

Die Führung der danach ungefährlich agierenden Gastgeber hielt nur fünf Minuten: Kapitän Torsten Mattuschka schoss einen Freistoß für Union über die Mauer direkt ins obere linke Eck: 1:1.

Die Berliner rissen zunehmend das Ruder an sich und erwiesen sich vor allem bei Standards als deutlich einfallsreicher. Auch der Publikumsliebling Skerdilaid Curri, der für den verletzten Jan Hochscheidt erstmals in dieser Saison in die Startelf rückte, konnte offensiv wenig Druck entwickeln und wurde nach der Halbzeitpause ausgewechselt. Die schwachen Erzgebirgler standen zudem ab der 35. Minute nur noch mit zehn Mann auf dem Rasen. Marc Hensel kassierte nach zwei klaren Fouls Gelb-Rot und wird im nächsten Spiel gegen Paderborn fehlen.

In der zweiten Hälfte bekamen die 10.100 Zuschauer etwas mehr für ihr Geld geboten. Zunächst verhinderte die Latte in der 56. Minute die Gäste-Führung nach einem Freistoß von Mattuschka. Aue scheiterte, nachdem Unions Schlussmann im letzten Moment einen Kopfball von Torjäger Ronny König (58.) über die Latte lenkte. Das Lattenkreuz war auch im Weg beim Versuch von Aues Guido Kocer (65.).

dapd/dpa

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