Rätselraten um Barca-Star

Messi fällt rund zwei Monate aus

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Lionel Messi musste gegen Betis Sevilla ausgewechselt werden.

Barcelona - Lionel Messi hat sich zum dritten Mal in dieser Saison verletzt. Niemand hat eine Erklärung für die Pechsträhne. Der FC Barcelona hat es jedoch gelernt, auch ohne den Weltfußballer auszukommen.

Missmutig und deprimiert humpelte Lionel Messi vom Feld, am Tag nach dem 4:1-Sieg seines FC Barcelona bei Betis Sevilla sank die Stimmung bei dem Weltfußballer auf den Nullpunkt. Wegen eines Muskelrisses im linken Oberschenkel muss der argentinische Superstar nach Clubangaben vom Montag eine erneute Zwangspause von sechs bis acht Wochen einlegen. Messi hatte sich in der Partie beim Tabellenletzten Sevilla schon nach 20 Minuten auswechseln lassen.

„Messis Leidensweg reißt nicht ab“, titelte die Zeitung „El Periódico“. Die Barça-Fans fragen sich besorgt: Was hat Messi nur? Weshalb verletzt er sich dauernd? Auf diese Fragen gibt es keine Antwort. „Ich habe von Medizin nicht die geringste Ahnung“, räumte Trainer Gerardo Martino ein. „Ich weiß auch nicht, was mit Leo los ist.“

Seit Ende der vorigen Saison zwangen den Argentinier fünf Blessuren zum Aussetzen, drei davon erlitt er in dieser Spielzeit. Jedes Mal waren es Muskelverletzungen im Oberschenkel, die dem Superstar zusetzten, mal im rechten und mal im linken Bein. „Messi sollte pausieren, bis er wirklich wieder fit ist“, rät Cesc Fàbregas seinem Teamkameraden. „Ich hatte beim FC Arsenal eine ähnliche Verletzungsserie. Man denkt, man sei wieder fit, aber man ist es nicht. Ich musste mich anderthalb Jahre mit den Beschwerden herumschlagen.“

Messi konnte seit seiner Verletzung Anfang April im Champions-League-Spiel bei Paris St. Germain nur elf von 32 Partien 90 Minuten durchspielen. Und wenn er spielt, ist er zumeist ein Schatten seiner selbst. Bei Betis Sevilla griff er bis zu seiner Auswechslung kaum ins Spielgeschehen ein. Barça spielte praktisch mit einem Mann weniger.

Alle Weltfußballer seit 1982

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Aber die Katalanen haben sich daran gewöhnt, ohne ihren Superstar auszukommen. Mit Trainer Martino haben sie ihren Stil geändert. Die Blau-Roten sind nicht mehr darauf bedacht, das Spiel mit endlosen Kurzpass-Stafetten zu kontrollieren. Sie suchen vielmehr den direkten Weg zum gegnerischen Tor, zuweilen auch mit Kontern. „Ist das noch Barça?“, fragte der Kolumnist Ernest Folch. „Der Stil ähnelt eher dem von Real Madrid.“

Der Wandel dürfte auch damit zu tun haben, dass Xavi und Andrés Iniesta, die Meister des Kombinationsfußballs, von ihrer Bestform entfernt sind. Bei Betis war über weite Phasen nicht Barça die überlegene Mannschaft, sondern das mutig auftrumpfende Schlusslicht der Primera División. Torwart Víctor Valdés verhinderte mit Glanzparaden einen Rückstand der Katalanen.

Neymar (35. Minute) und Pedro (36.) erzwangen bei Kontern innerhalb von zwei Minuten eine Vorentscheidung. Fàbregas (63./78.) erhöhte auf 4:0, Jorge Molina (90.) gelang per Elfmeter der Ehrentreffer für die Andalusier. Mit dem 4:1-Erfolg konnte der FC Barcelona (37 Punkte) seinen Vorsprung an der Tabellenspitze ausbauen, da der Verfolger Altético Madrid (34) beim FC Villarreal nur zu einem 1:1 kam.

dpa/sid

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