23. Spieltag

Nürnberg verpasst in Unterzahl Remis: Spätes 1:2

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Die Düsseldorfer jubeln nach dem Treffer zum 2:1 durch Torschütze Kaan Ayhan (M). Foto: Marius Becker

Erst der früheste Platzverweis der Club-Geschichte, dann der späte K.o. Die Chancen des 1. FC Nürnberg auf den Klassenerhalt werden immer geringer. Mitaufsteiger Düsseldorf hat dagegen als Zwölfter das Ziel dicht vor Augen.

Düsseldorf (dpa) - Für den 1. FC Nürnberg ist der neunte Abstieg aus der Fußball-Bundesliga wieder ein Stück näher gerückt.

Beim 1:2 (1:0) im Aufsteiger-Duell bei Fortuna Düsseldorf mussten die Franken einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Mit dem 17. Spiel in Serie ohne Sieg stellten sie ihren Negativrekord aus der Saison 2013/2014 ein und blieben auf dem letzten Tabellenplatz.

Wie schon beim ermutigenden Punktgewinn gegen Spitzenreiter BVB (0:0) knapp eine Woche zuvor bot das Team von Interimscoach Boris Schommers zwar eine kämpferisch starke Leistung und trotzte lange Zeit dem frühen Platzverweis für Matheus Pereira (4. Minute). Eduard Löwen hatte die Gäste in der 41. Minute in Führung geschossen, doch das Eigentor von Ewerton (63.) und der Treffer von Kaan Ayhan (83.) besiegelten vor 41.816 Zuschauern in Düsseldorf die Niederlage.

Dagegen ist die Fortuna vorerst aller Abstiegssorgen ledig. Nach dem sechsten Sieg in den vergangenen neun Spielen liegt der Relegationsplatz 16 komfortable zwölf Zähler entfernt.

"Das war keine einfache Situation. Wir haben nicht die spielerische Klasse, um mit einem Mann in Überzahl das so runterzuspielen", sagte Matchwinner Ayhan und war entsprechend glücklich: "Wir können es genießen. Es geht weiter. Wir wollen bis zum Ende der Saison Gas geben und zeigen, was wir können." Trainer Friedhelm Funkel sprach von "einer Befreiung" angesichts des guten Punktepolsters: "Wir können die Tabelle auch lesen. Das war ein ganz wichtiger Schritt zum Klassenerhalt, aber nur ein Schritt. Wir müssen noch zwei, drei Spiele gewinnen."

Unglücklicher hätte die Partie für die Nürnberger, die im Vergleich zum 0:0 gegen Dortmund mit unveränderter Startelf aufliefen, kaum beginnen können. Bereits in der zweiten Minute ließ sich Pereira zu einer Tätlichkeit gegen den Düsseldorfer Abwehrspieler Niki Gießelmann hinreißen und sah nach Videobeweis die Rote Karte (4.). Es war der früheste Platzverweis in der Nürnberger Bundesliga-Geschichte. "Heute hat nicht Düsseldorf uns geschlagen. Wir haben uns selbst geschlagen", sagte Torschütze Löwen, fügte aber hinzu: "Wir verlieren den Glauben nicht. Wir werden uns nicht aufgeben."

Diese Dezimierung des Gegners gab der Fortuna mächtig Auftrieb. Auch ohne die fehlenden Adam Bodzek, Jean Zimmer und Marcel Sobottka übernahm sie die Regie und erspielte sich einige Chancen. Doch sowohl bei einem Fernschuss von Matthias Zimmermann (13.), einem verunglückten Rückpass seines Mitspielers Tim Leibold (21.), einem Kopfball von Kaan Ayhan (25.) als auch einem Schuss von Dodi Lukebakio (30.) war der schon gegen den BVB starke Nürnberger Keeper Christian Mathenia zur Stelle.

Angesichts des zunehmenden Drucks kam das Offensivspiel der Gäste fast vollständig zum Erliegen - bis zum großen Auftritt von Löwen. Fünf Minuten vor der Pause fasste sich der Mittelfeldspieler ein Herz und sorgte mit einem sehenswerten Fernschuss für die überaus glückliche Führung der Nürnberger.

Auch nach Wiederanpfiff blieben die Kräfteverhältnisse unverändert. Düsseldorf bedrängte das Tor der Gäste, ließ aber lange Zeit Durchschlagskraft vermissen. Es passte ins Bild, dass beim Ausgleich fremde Hilfe nötig war. Eine Flanke von Lukebakio verlängerte Nürnbergs Abwehrspieler Ewerton ins eigene Tor. Ayhan sorgte schließlich per Kopf aus kurzer Distanz für den Siegtreffer.

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