SpVgg zögert Abstieg hinaus

Nürnberger Derby-Blamage gegen Fürth

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Das Tor des Tages gelang Johannes Geis

Nürnberg - Blamage für den 1. FC Nürnberg: Mit einem Prestigesieg beim fränkischen Erzrivalen haben die Fürther den Abstieg aus der Bundesliga noch einmal weiter hinausgezögert.

Frank Kramer sprintete unter Jubelschreien mit erhobenen Fäusten los. Fast wirkte es, als habe die SpVgg Greuther Fürth gerade die deutsche Meisterschaft gewonnen, dabei hatte das weit abgeschlagene „Kleeblatt“ nur seine Galgenfrist bis zum Abstieg aus der Fußball-Bundesliga verlängert. Doch das 1:0 (1:0) im 256. fränkischen Derby bei einem blamablen 1. FC Nürnberg war für die Fürther weit mehr als ein schnöder Sieg.

„Wir haben so häufig gut gespielt, aber heute hat es dann auch endlich einmal gereicht“, sagte Trainer Kramer bei Sky, nachdem er sich wieder gefangen hatte. „Gerade hier beim großen Nachbarn, das ist umso schöner.“ Siegtorschütze Johannes Geis (27.) fügte hinzu, es sei „etwas Wunderbares, dieses Derby zu gewinnen“. Bei neun Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und vier ausstehenden Spielen hat die Spielvereinigung aber weiter nur eine theoretische Chance auf den Klassenerhalt.

Nürnberg muss sich keine Sorgen machen, doch die peinliche Niederlage „tat weh“, wie Trainer Michael Wiesinger sagte. „Das ist ein Scheißgefühl!“ So richtig angefressen reagierte Torhüter Raphael Schäfer - auf die Frage, was dieses Ergebnis bedeute, antwortete er bissig: „Dass der 1. FC Nürnberg weiter Bundesliga spielt und Fürth in der zweiten Liga.“

Für den Club war die Pleite gegen den kleinen Nachbarn ein höchstwahrscheinlich entscheidender Rückschlag im Kampf um die Europa League. Sieben Punkte dürften nicht mehr aufzuholen sein.

Schon vor dem Spiel mussten sich die Fürther als designierter Absteiger von den Nürnberger Fans viel Spott gefallen lassen. Doch die leidenschaftlich auftretenden Gäste ließen sich im ältesten deutschen Derby davon wenig beeindrucken.

Erst nach einer knappen Viertelstunde wurden die Aktionen der Nürnberger etwas entschlossener. Die erste nennenswerte Chance entstand nach einem abgefälschten Freistoß von Hiroshi Kiyotake. Auch bei der folgenden Ecke zeigte der FCN, dass er gerade bei Standards gefährlich werden kann: Erneut war Kiyotake der Vorbereiter, doch der Kopfball von Tomas Pekhart war zu ungenau.

Der Club blieb am Drücker. Erneut wurde es nach einem Eckball gefährlich, diesmal von Marvin Plattenhardt. Per Nilsson verpasste aus aussichtsreicher Position die Führung. Fürth zog sich weit zurück und beschränkte sich auf gelegentliche Konter, konnte die Nürnberger Defensive aber kaum in Verlegenheit bringen.

Umso überraschender fiel die Führung für die Gäste. Geis nahm sich aus 25 Metern ein Herz, der Ball schlug neben dem Pfosten ein. Kurz darauf zeigte Geis, dass sein erster Bundesligatreffer kein Zufall gewesen war - ein Freistoß des 19-Jährigen verfehlte um Zentimeter das Ziel. Der 1. FCN, immerhin seit elf Heimspielen ungeschlagen, zeigte sich von dem Rückschlag schockiert. Weiterhin drohte Fürth nur nach ruhenden Bällen Gefahr. Nürnberg hatte sogar Glück, sich nicht vor der Pause noch das zweite Tor zu fangen.

Nach dem Wechsel drängte der Club auf den Ausgleich. Pekhart (47. ) hatte die erste Möglichkeit, scheiterte aber an Hesl. Der Fürther Keeper war zudem bei einem Schuss von Alexander Esswein (60.) zur Stelle. Ganz viel Glück hatte die SpVgg dann, als ein Kopfball von Hanno Balitsch von der Unterkante der Latte auf die Linie sprang (62.). Oft fehlten dem schwachen FCN gegen die aggressiv verteidigenden Fürther aber die spielerischen Mittel.

sid

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