Pfiffe für Oranje-Stars - van der Vaart fällt aus

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ARCHIV - Rafael van der Vaart jubelt nach dem 3:0 für den HSV gegen den 1. FC Kaiserslautern (Archivfoto vom 12.03.2006).

Amsterdam - Bert van Marwijk verstand die Welt nicht mehr. Mit einem Pfeifkonzert wurden die niederländischen Fußball-Stars auf die Reise zum Länderspiel-Klassiker gegen Deutschland am Dienstag in Hamburg geschickt.

"Das haben die Jungs nicht verdient. Das ist wieder typisch holländisch", sagte der Bondscoach nach dem allerdings enttäuschenden 0:0 gegen die Schweiz in Amsterdam.

Zuvor waren die Oranje-Stars noch mit tollem Offensivfußball und neun Siegen in zehn Spielen durch die EM-Qualifikation spaziert. "Die Leute sind sehr verwöhnt, aber die Pfiffe interessieren uns nicht. Wir müssen unseren Weg weitergehen", sagte der frühere HSV-Verteidiger Joris Mathijsen.

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Der Weg führt den Vize-Weltmeister am Dienstag nach Hamburg zum großen Duell mit dem Nachbarn und WM-Dritten. Dann wollen die Niederländer wieder ihr wahres Gesicht zeigen. "Gegen Deutschland zu spielen, macht immer Spaß", sagte Mathijsen, für den es eine Rückkehr in die Vergangenheit ist. Fünf Jahre hatte er von 2006 bis zum Sommer für den HSV gespielt.

Van der Vaart und van Persie fehlen

ARCHIV - Rafael van der Vaart jubelt nach dem 3:0 für den HSV gegen den 1. FC Kaiserslautern (Archivfoto vom 12.03.2006).

Ähnliches galt eigentlich auch für den früheren Hamburger Rafael van der Vaart, doch der Mittelfeldstar erlitt gegen die Schweizer eine Oberschenkelverletzung und reiste bereits zurück in seine Wahlheimat London. Eine Vorsichtsmaßnahme sei dies, betonte van Marwijk. Es wird aber nicht die einzige Veränderung im Team sein. Auch Arsenal-Star Robin van Persie wird gegen Deutschland fehlen. Mit dessen Trainer Arsene Wenger hatte van Marwijk vereinbart, dass der Stürmer nur eines der beiden Länderspiele bestreitet.

Gegen die Schweiz hätte van Persie sein Trefferkonto aufstocken können, doch der Top-Torjäger der Premier League (11 Treffer) ließ gegen die von Ottmar Hitzfeld trainierten Eidgenossen beste Chancen ungenutzt. So war es ein Spiel zum Vergessen für die Niederländer, die ihre Dynamik in der Offensive vermissen ließen.

"Das ist kein Drama. So ein Spiel kann passieren. Das müssen wir akzeptieren", sagte Wesley Sneijder. In einigen Situationen habe die Mannschaft aber angedeutet, was sie könne. "Am Dienstag wird es schwieriger. Wollen wir gewinnen, müssen wir konzentriert ins Spiel gehen", sagte der Champions-League-Sieger von 2010.

Zwtl.: Huntelaar gegen Deutschland wieder dabei

Gegen Deutschland wird auch wieder Klaas-Jan Huntelaar zum Einsatz kommen. Der Torjäger von Schalke 04 hatte wegen seines doppelten Nasenbeinbruchs gegen die Schweiz pausiert. Darauf hatten sich van Marwijk und Schalke-Coach Huub Stevens verständigt. Gegen die DFB-Auswahl soll der beste Torjäger der EM-Qualifikation (12 Treffer) mit einer Gesichtsmaske auflaufen.

Ein Huntelaar in Topform hätte am Freitag den Schweizer Keeper Diego Benaglio vielleicht vor größere Probleme gestellt. Der Wolfsburger Schlussmann hielt mit guten Paraden die Null fest. "Eine exzellente Leistung", sagte Hitzfeld, für den es das erste Spiel nach der verpassten EM-Qualifikation war. "Wenn der Gegner ausgepfiffen wird, haben wir alles richtig gemacht. Wir sind der moralische Sieger", sagte der ehemalige Trainer von Bayern München und Borussia Dortmund.

dapd

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