Hoeneß: Heynckes-Zitate nicht abgesprochen

Bayern: Nicht nur Sieg sorgt für Gesprächsstoff

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Karl-Heinz Rummenigge (v.l.), Uli Hoeneß und Karl Hopfner auf der Tribüne

Fürth -  Souveräner Auftaktsieg und bei Abpfiff Tabellenführer - doch beim FC Bayern beherrschen nach dem Sieg in Fürth mal wieder ganz andere Themen die Tagesordnung.

Uli Hoeneß stand auf, atmete kurz durch und reichte Ministerpräsident Horst Seehofer die Hand. Die „Bayern-Maschine“, da pflichtete der Präsident des Fußball-Rekordmeister Torwart Manuel Neuer nach dem souveränen 3:0 (1:0)-Auftaktsieg bei Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth bei, „ist schon gut geölt“. Erstmals seit Ende Januar standen die Bayern bei Abpfiff auf Platz eins, wo sie dem Selbstverständnis nach hingehören. Doch das Dauerthema Javier Martinez und die neu entflammte Debatte um Trainer Jupp Heynckes störten die heile Bayern-Welt.

Hoeneß selbst reagierte in Fürth dünnhäutig auf Nachfragen zu der Aussage seines Freundes in einem Interview, nach seinem Vertragsende im Juni 2013 gehe „ein Lebensabschnitt zu Ende“. Abgesprochen, das immerhin verriet er, sei das nicht gewesen. Und so beeilten sich die Verantwortlichen noch vor dem Spiel, der Angelegenheit die Dramatik zu nehmen. Es sei vereinbart, „dass wir uns Frühjahr zusammensetzen, dann werden wir eine Entscheidung treffen“, sagte Heynckes über seine Zukunft: „Ich habe nicht gesagt, dass ich dann aufhöre.“

Sportvorstand Matthias Sammer wollte auf Nachfrage nicht erkannt haben, dass Heynckes seinen Abschied bezüglich „über Fakten geredet hat. Einen Lebensabschnitt kann man immer verlängern.“ Zudem mühte er sich, Mutmaßungen zu zerstreuen, wonach er, Sammer, für Heynckes' mögliche Amtsmüdigkeit verantwortlich sein könnte. „Das Verhältnis ist exzellent“, sagte er, „Heynckes ein Weltmann“.

Nun hänge es an ihm, Sammer, „bei ihm Begeisterung zu entfachen“. Dennoch: Dass der 67-Jährige in eine weitere Saison geht, gilt als ausgeschlossen. Genauso wie eine vorzeitige Entlassung, wie sie eine Boulevardzeitung „spätestens zur Winterpause“ prophezeite. Debatten um Heynckes werden die Bayern aber einstweilen begleiten.

Wie das Thema Martinez, zu dem es am Samstag aus Bayern-Sicht nichts Positives zu vermelden gab. Sammer betonte zwar erneut den Willen der Münchner, den 23-Jährigen von Athletic Bilbao loszueisen („Er ist ein Spielertyp, den wir so nicht im Kader haben, wir sind fixiert auf ihn, haben keinen Plan B“). Doch: „Es liegt nicht mehr an uns.“ Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge meinte, der FC Bayern arbeite „mit Intelligenz und Kreativität“ an einer Lösung. Die ist freilich nicht in Sicht, die juristischen Probleme bleiben.

Deshalb vesuchte Rummenigge die Diskussionen auch auf das für die Münchner erfreuliche Spiel zu lenken. „Die wichtigsten Antworten“, sagte er, „haben wir auf dem Platz gegeben“. Am Ende einer ersten Halbzeit, in der Heynckes bei seiner Elf „keine Überraschungsmomente und keine Tempowechsel“ gesehen hatte, erlöste Thomas Müller den FC Bayern mit seinem Abstaubertor (41.). Neuzugang Mario Mandzukic mit seinem vierten Treffer im dritten Pflichtspiel für die Bayern (59.) und das von Arjen Robben erzwungene Eigentor von Thomas Kleine (79.) brachten den Sieg, der am Ende hätte höher ausfallen müssen.

Rummenigge war gleichwohl „sehr zufrieden“, während sich Heyncks über das variable Offensivtrio Robben-Müller-Xherdan Shaqiri hinter Mandzukic freute. „Sehr souverän, sehr clever, sehr klug“, habe der FC Bayern die Begegnung letztlich zu Ende gebracht, er sei „sehr gut vorbereitet“ auf den Titelkampf und habe „demonstriert, dass wir eine erfolgreichere Saison spielen wollen“.

Dieses Vorhaben war auch der SpVgg anzumerken. Letztlich blieb dem Aufsteiger aber die Erkenntnis, „dass Bayern München nicht mit uns auf Augenhöhe ist“, wie Präsident Helmut Hack feststellte. Der freute sich zwar über „eine Kulisse, wie sie Fürth noch nicht erlebt hat“ im mit 18.000 Zuschauern prall gefüllten Ronhof: „Aber dieses Tor darf halt nicht fallen.“ Er meinte das 0:1. „Deswegen“, sagte Coach Mike Büskens, „sind wir die SpVgg Greuther Fürth, und nicht der FC Bayern.“

sid

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