Neuer Vertrag? Klare Worte von Raul

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Schalkes Raul und Schalkes Kyriakos Papadopolous (r.) stehen bei den Fans nach dem Spiel.

Gelsenkirchen - Superstar Raul legte nach dem 5:0 gegen Werder Bremen ein Bekenntnis zu Schalke 04 ab. Doch die Königsblauen tun sich noch schwer, mit dem Königlichen zu verlängern.

Nach seiner Drei-Tore-Gala ging Raul erst auf Tuchfühlung mit den Fans in der Nordkurve, dann legte er ein Bekenntnis zu Schalke 04 ab. „Ich bin sehr glücklich hier und würde gerne bleiben“, sagte der spanische Weltstar nach dem grandiosen 5: 0 (2:0)-Triumph des DFB-Pokalsiegers im Verfolgerduell mit Werder Bremen. Keine Frage: Der Königliche will auch noch in der nächsten Saison in Königsblau spielen.

Die Schalker indes tun sich noch schwer, die so erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem 34-Jährigen über das Vertragsende 2012 hinaus fortzusetzen. „Ich möchte mit ganz vielen Spielern verlängern, auch mit Raul“, antwortete Sportdirektor Horst Heldt, nachdem er zum x-ten Mal nach seinen Absichten für die Gespräche mit dem Spanier im Januar gefragt worden war. Schnell fügte er einschränkend hinzu: „Ich möchte aber auch Messi oder Cristiano Ronaldo verpflichten. Es ist kein Wunschkonzert. Man muss vieles abwägen.“

Deshalb will Heldt zunächst herausfinden, „was Raul möchte, wie er über seine Zukunft denkt“. Das größte Problem für Schalke ist das Geld. Will der Champions-League-Rekordtorschütze tatsächlich, wie von spanischen Medien kolportiert, einen neuen Zweijahresvertrag, zu dem sein Ex-Klub Real Madrid nicht mehr wie aktuell noch rund zwei Millionen Euro pro Jahr zuschießt, dann ist er für die Gelsenkirchener unbezahlbar.

„Ich weiß nicht, was seine Forderungen sind“, sagte Heldt. Mit einem großzügigen Verzicht auf eine millionenschwere Entlohnung rechnet der Manager allerdings nicht: „Ich hab' ja auch nicht verzichtet. Warum auch?“ Dennoch setzt er auch auf „weiche“ Faktoren: „Ich glaube, seine Familie ist ihm wichtiger als Geld. Es geht um eine Grundsatzentscheidung für sich und seine Familie.“

Die Frage, ob Raul dem Bundesliga-Dritten auch im fortgeschrittenen Alter noch helfen kann, stellt sich seit Samstagabend nicht mehr. Nicht nur mit seinen Saisontoren Nummer acht bis zehn (16., 20. und 63.), seinem dritten Bundesliga-Dreierpack, bewies er eindrucksvoll seinen sportlichen Wert. Der „Senor“ war zugleich auch „Zehner“ und „Sechser“ im Schalker Mittelfeld, dirigierte und grätschte, gestaltete und kämpfte. „Er hatte die meisten Ballkontakte und ist sehr viel gelaufen“, lobte Heldt, „insofern spielt das Alter keine Rolle.“

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Nicht nur sportlich passt es in der Ehe zwischen Schalke und Raul. Die Dissonanzen vom Saisonbeginn, als der Spanier mit dem damaligen Trainer Ralf Rangnick fremdelte, sind längst erledigt. „Es war ein großer Schritt von Real nach Schalke. Aber es ist ein wunderbares Erlebnis. Ich genieße es, hier zu spielen“, sagte der Spanier, der unter dem neuen Coach Huub Stevens längst wieder alle Freiheiten wie zuvor unter Felix Magath hat.

Und wie beliebt er bei den Zuschauern ist, zeigte sich bei seinem zweiten Ausflug in die Nordkurve nach dem Abpfiff. Umringt von den Fans stimmte er „ein typisches Schalke-Lied“ an, wie er nachher stolz erzählte. „Es ist wichtig, dass die Leute ihren Spaß haben.“ Heldt und Co. dürfte es nach den Gesprächen mit dem Publikumsliebling schwer fallen, dem Anhang eine Scheidung im kommenden Sommer zu erklären.

Erst recht, wenn die Schalker die Leistung der Hinrunde auch in der zweiten Saisonhälfte bestätigen und wieder in die Champions League einziehen sollten. Raul jedenfalls gab die Richtung schon mal vor: „Wir wollen erstmal Dritter bleiben. Alles, was darüber hinausgeht, ist willkommen.“

Von derartigen Zielen ist Werder Bremen weit entfernt, obwohl die Hanseaten als Fünfter zur erweiterten Spitzengruppe zählen. Nach der fünften Niederlage gegen ein Team aus dem ersten Tabellendrittel stellte Trainer Thomas Schaaf zerknirscht fest: „Die Leistung war indiskutabel.“ Vor allem die Schwäche in der Fremde macht dem Werder-Coach Sorgen. „Auswärts kriegen wir es einfach nicht gebacken“, sagte er mit Blick auf die 1:14 Tore in den letzten drei Auswärtsspielen.

Am Ende durfte sich Schaaf sogar noch beim Geburtstagskind Tim Wiese bedanken, der mehr Gegentore als den Dreierpack von Raul und die Treffer von Kyriakos Papadopoulos (67.) und Klaas-Jan Huntelaar (70.) mit einigen Glanzparaden verhinderte.

sid

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