Neuer: "Ich habe ja nicht den finalen Pass gespielt"

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Manuel Neuer parierte in der Anfangsphase sensationell gegen Hamit Altintop und leitete später zwei Tore ein.

Istanbul - Manuel Neuer glänzte gegen die Türkei nicht nur mit tollen Reflexen. Der Torwart bereitete mit gekonnten Abspielen selbst zwei Tore vor und wurde anschließend mal wieder in den höchsten Tönen gelobt.

Hamit Altintop klopfte Manuel Neuer zum Abschied noch einmal anerkennend auf die Schulter. „Sensationell“, murmelte der Kapitän der türkischen Fußball-Nationalmannschaft in Richtung seines früheren Schalker Vereinskollegen und schüttelte dabei ungläubig seinen Kopf. Neuer hatte nicht nur Altintop persönlich, sondern die komplette Mannschaft der Gastgeber beim 3:1 (1:0) der DFB-Auswahl in Istanbul mit seinen Glanztaten zwischen den Pfosten zur Verzweiflung gebracht. Zudem bereitete der deutsche Torwart noch zwei Treffer vor.

„Leider gibt es dafür keine Scorerpunkte, denn ich habe ja nicht den finalen Pass gegeben“, sagte Neuer mit einem verschmitzen Lächeln nach seiner Gala in den Katakomben des neuen Galatasaray-Schmuckkästchens. Doch bevor Neuer in seinem 23. Länderspiel seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als „Spielmacher“ unter Beweis stellen konnte, unterstrich er zunächst mal seine Klasse als Tore-Verhinderer.

In der fünften Minute verhinderte Neuer im Stile eines Eishockey-Zerberus gegen seinen früheren Mitspieler Altintop mit einem Weltklasse-Reflex das 0:1. „Altintop kenne ich ja aus Schalker Zeiten, da wusste ich, dass er den Außenrist benutzt“, erklärte Neuer, warum er im richtigen Moment das Richtige tat. „Das war weltklasse, wie er diesen Ball weggefischt hat“, sagte Mario Gomez, der eine halbe Stunde später persönlich von der Genialität seines Bayern-Kollegen profitierte.

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Neuer fing souverän eine Flanke ab, hatte dabei bereits den Blick auf Thomas Müller gerichtet und schleuderte den Ball wie einen Diskus in Richtung Mittellinie auf den WM-Torschützenkönig. Der Münchner spielte weiter auf Gomez, der dann das 1:0 erzielte. Bundestrainer Jogi Löw klatschte an der Außenlinie Beifall.

In der 66. Minute landete ein präziser Abschlag des Bayern-Keepers über 60 Meter bei Mario Götze, dessen Querpass dann Müller zum 2:0 nutzte. Müller wirft anschließend einen Handkuss Richtung Neuer, Bastian Schweinsteiger applaudiert gestenreich in Richtung seines Torwarts.

„Diese Abwürfe und Abschläge übt man regelmäßig im Training, am Ende gehört aber auch immer ein bisschen Glück dazu“, sagte Neuer, der beim 1:2 durch Hakan Balta (79.) machtlos war. „Ich ärgere mich schon über das Gegentor, denn als Torwart will man immer zu Null spielen“, so der Ex-Schalker, der mit den Bayern in dieser Saison diesbezüglich etwas verwöhnt ist. Dass in Müller ausgerechnet ein Vereinskamerad den Gegentreffer begünstigte, werde man „intern aufarbeiten“, berichtete der 25-Jährige schmunzelnd.

Derweil lobte wenige Meter weiter Löw seinen Schlussmann, der in der Bundesliga sieben Spiele unbezwungen ist, über den grünen Klee: „Neuer hat zwei Tore eingeleitet. Er hat diese langen Bälle ganz bewusst gespielt. Das ist sein Spiel. Das beherrscht er wie kaum ein anderer“, sagte der Bundestrainer. Neuer selbst dachte zu diesem Zeitpunkt schon wieder einen Schritt weiter: „Nun wollen wir auch den Rekord und am Dienstag gegen Belgien den zehnten Sieg im zehnten EM-Qualifikationsspiel schaffen. Das wäre ein perfekter Abschluss.“

Auch für den Torwart, den Bayern Münchens Präsident Karl-Heinz Rummenige bereits höher als den dreimaligen Welttorhüter Oliver Kahn einstuft: „Manuel ist die Steigerung von Titan! Wie die Legierung heißt, weiß ich leider nicht.“

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