Neuer-Aussetzer leitet Bayern-Fehlstart ein

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Beim zweiten Gegentreffer durch Patrick Herrmann war Manuel Neuer (l.) machtlos.

Mönchengladbach - Der FC Bayern hat zum Rückrundenauftakt in Mönchengladbach eine Niederlage kassiert. Dank eines Torwartpatzers trifft Marco Reus zur frühen Führung, die sich die Borussia nicht mehr nehmenlässt.

Ein kapitaler Schnitzer von Nationaltorhüter Manuel Neuer hat den Fehlstart von Herbstmeister Bayern München in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga eingeleitet. Der Rekordmeister unterlag im Topspiel bei Verfolger Borussia Mönchengladbach mit 1:3 (0:2) und eröffnete damit den Konkurrenten gleich zu Beginn des Jahres eine große Chance. Borussia Dortmund und Schalke 04 können mit Siegen nach Punkten aufschließen, Gladbach rückte bis auf einen Zähler an die Bayern heran.

Nationalspieler Marco Reus nutzte Neuers Aussetzer in der elften Minute zur frühen Führung. Unbedrängt spielte Neuer dem Gladbacher Offensivspieler den Ball in den Fuß. Reus, der im Sommer für 17,5 Milionen Euro zu Meister Dortmund wechselt, hatte keine Mühe, aus gut 25 Metern seinen elften Saisontreffer mit einem Schuss ins leere Tor zu erzielen. Neuer, der schon beim Hinspielerfolg der Gladbacher (1:0) beim Siegtor von Igor de Camargo gepatzt hatte, musste sich nach dieser Szene bei jedem Ballkontakt den Hohn und Spott der Gladbacher Anhänger gefallen lassen.

Nach einem sehenswerten Konter und schönem Zuspiel von Mike Hanke traf Patrick Herrmann noch vor der Pause zum 2:0 (41.). Dem Treffer war ein Ballverlust von Bayern-Superstar Arjen Robben vorausgegangen. Herrmann sorgte mit seinem fünften Saisontor nach einem traumhaften Pass von Reus auch für die Vorentscheidung (71.). Für die Bayern verkürzte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger (76. ), der nach überstandenem Schlüsselbeinbruch sein Comeback nach elf Wochen Pause gab.

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Durch den Sieg ist die Borussia seit über zehn Monaten in Heimspielen ungeschlagen und feierte erst zum zweiten Mal in der Bundesliga-Geschichte (nach 1995/96) zwei Erfolge in einer Spielzeit gegen die Münchner.

„Wir haben taktisch sehr gut gespielt und sehr kompakt gestanden. Es war schwer für Bayern, eine Lücke zu finden. Wir haben ohne viele Fouls sehr gut verteidigt. Es war wichtig, wieder drei Punkte gegen die Bayern zu holen“, sagte Gladbachs Trainer Lucien Favre total zufrieden nach dem Schlusspfiff.

Enttäuscht war dagegen Bayern-Kapitän Philipp Lahm: „Wir waren nicht schlechter, haben aber verloren. Wir haben zu viele Fehler gemacht, da braucht man sich nur unsere Gegentore anschauen. Wir sind enttäuscht, weil wir uns heute sehr viel vorgenommen hatten, aber nichts davon umsetzen konnten.“

Ribérys Ideen fehlen den Bayern

Vor 54.047 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park bestimmte die von Schweinsteiger angetriebene Mannschaft von Jupp Heynckes zwar das Spiel, doch Gladbach stand gewohnt kompakt in der Defensive und sorgte mit schnellen Gegenstößen immer wieder für Gerfahr. Zudem konnte sich das Team von Trainer Lucien Favre wieder einmal auf Torhüter Marc-Andre ter Stegen verlassen. Nur zwei Minuten nach der Führung reagierte ter Stegen bei einem Kopfball von Torschützenkönig Mario Gomez nach Robben-Flanke glänzend.

Auch in der Folge waren die Gäste bemüht, doch ohne den gesperrten Franck Ribery (Gelb-Rot) mangelte es an Tempo und den zündenden Ideen. Gladbach stand weiter sicher und verkraftete den Ausfall des gelbgesperrten Abwehrchefs Dante gut. Für Dante war Roel Brouwers in die Innenverteidigung gerückt. Bei Fernschüssen von Anatoli Timoschtschuk (34.) und Toni Kroos (39.) zeigte sich ter Stegen zudem auf dem Posten.

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine. Doch am Spielverlauf änderte sich zunächst wenig. Bayern versuchte Druck aufzubauen, doch gegen tief stehende Gastgeber fehlte lange Zeit die Kreativität, der entscheidende Pass in die Spitze kam zudem nicht an. Gladbach boten sich Räume für das geliebte Konterspiel. Reus, der im ersten Spiel nach Bekanntgabe seines Wechsels zum BVB nicht ausgepfiffen wurde, Hanke, Herrmann und Juan Arango stießen immer wieder in diese Lücken.

sid

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