Wer ist nun der neue Neuer?

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Timo Hildebrand

Gelsenkirchen - Vor dem Spiel der Königsblauen in München ist es unklarer denn je, wer die Nummer 1 im Schalke-Tor ist. Nun darf sich schon der dritte Kandidat versuchen.

Timo Hildebrand ließ sich keine Kampfansage entlocken. „Wo ich stehe, wird man in den nächsten Spielen sehen“, sagte der ehemalige Nationaltorwart, der seit Sonntag die dritte Nummer eins bei Schalke 04 ist. „Von mir wird es keine Ansagen geben, dass ich jetzt etwas fordere.“ Der 32-Jährige hat nach vier Monaten Warten endlich die Chance zu zeigen, dass er der Nachfolger von Manuel Neuer werden kann. Er ist der Dritte, der in die großen Fußstapfen des zu Bayern München abgewanderten DFB-Keepers tritt.

Seine beiden Vorgänger wurden durch schwere Verletzungen gestoppt, wussten allerdings auch nicht vollends zu überzeugen. Ralf Fährmann, zu Saisonbeginn als neuer Neuer aus Frankfurt zurückgeholt, leistete sich bis zu seinem Kreuzbandriss am 15. Oktober immer wieder Patzer. Von der Aussage, der 23-Jährige sei „die klare Nummer eins“, ist Manager Horst Heldt mittlerweile abgerückt.

Unvergessene Torwart-Legenden

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Und Lars Unnerstall, der sich am vergangenen Sonntag beim 4:0 gegen den VfL Wolfsburg eine Schultereckgelenksprengung zuzog, wirkte nach starkem Beginn in den vergangenen Wochen unsicher und sah vor allem bei den beiden Pleiten in Mönchengladbach nicht gut aus. Wer in der nächsten Saison die Nummer eins ist, will und kann Heldt noch nicht sagen: „Es ist die Entscheidung des Trainers, er will die Spannung hochhalten.“

Der Konkurrenzkampf müsse auch im Tor stattfinden, sagte Heldt, „es geht darum, sich persönlich zu positionieren.“ Diese Chance hat nach Fährmann und Unnerstall nun Hildebrand. Für den Ex-Nationaltorwart ist der Leistungsdruck noch ein wenig höher: Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, Unnerstall ist bis 2013, Fährmann gar bis 2014 an die Königsblauen gebunden.

Er könne sich „sehr, sehr gut“ vorstellen, dass Hildebrand auch in der nächsten Spielzeit zwischen den Schalker Pfosten stehe, sagte Heldt und lobte seinen ehemaligen Stuttgarter Teamkollegen in den höchsten Tönen: „Timo ist einer der besten spielenden Torhüter in der Bundesliga, er bringt eine Menge Erfahrung mit, ist im eins gegen eins sehr reaktionsschnell und strahlt unheimliche Ruhe aus.“

Am Ende der Saison wird Hildebrand auch an den Erfolgen gemessen, die die Schalker mit ihm erreichen. Für Fährmann stehen sieben Siege, ein Unentschieden und vier Niederlagen zu Buche. Mit Unnerstall brachten es die Königsblauen auf zwölf Erfolge, vier Remis und drei Pleiten. Hildebrand, der vor dem Europa-League-Spiel am Donnerstagabend gegen Viktoria Pilsen in seinen ersten 135 Minuten im Schalker Tor noch ohne Gegentreffer war, kann vor allem am Sonntag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) seine Klasse beweisen: gegen Bayern München im direkten Duell mit Manuel Neuer.

Nicht zuletzt von Hildebrands Leistungen wird es abhängen, ob Heldt sich den Torwartmarkt noch einmal genau ansehen muss. Denn dass der Schalker Keeper in der nächsten Saison weder Fährmann noch Unnerstall noch Hildebrand heißen wird, wollte der Manager nicht ausschließen. „Wir müssen gucken, welche Konstellation wir zusammenstellen“, sagte Heldt, „wir lassen es erstmal auf uns zukommen.“

sid

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