Der neue Mourinho: Er lobt sogar Erzrivale Barça

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Real-Trainer José Mourinho bei der freundlichen Begrüßung mit Barca-Coach Tito Vilanova.

Barcelona - Der FC Barcelona hat das Supercup-Hinspiel gegen Real Madrid mit 3:2 gewonnen. Nach dem ersten Clasico der Saison brauchte Madrids Star-Trainer Jose Mourinho ein wenig Anlaufzeit, um wieder zu alter „Stärke“ zurückzukehren.

Jose Mourinho musste sich wohl sehr kräftig auf die Zunge beißen. Den Schiedsrichter kritisieren? Nein, die Rolle wolle er nicht, versicherte der Star-Trainer von Real Madrid unmittelbar nach dem 2:3 (0:0) der Königlichen im spanischen Supercup-Clasico beim Erzrivalen FC Barcelona.

„Ich will das in der gesamten Spielzeit nicht, auch nicht im Rückspiel“, sagte „The Special One“ (Der Besondere) mit ruhiger Stimme, um dann aber doch nochmal nachzuhaken, dass der Ausgleichstreffer Barcelonas durch Pedro (57.) ein „klarer Fehler des Assistenten“ an der Line war. Immerhin etwas Kritik des Exzentrikers vom Dienst, dessen Brandreden über Unparteiische und Gegner dem ewig jungen Clasico in der Vergangenheit neue Brisanz verliehen hatten.

Hauptverantwortlich für die ungewohnte Sachlichkeit Mourinhos zeichnete Barcelonas Torhüter Victor Valdes, der durch seine Slapstick-Einlage kurz vor dem Abpfiff Madrid ungeahnte Hoffnung für das Rückspiel im Santiago Bernabeu am kommenden Mittwoch schenkte.

Gerade als die Katalanen auf das vierte und wohl entscheidende Tor drängten, ließ sich Valdes von Angel di Maria düpieren (86.) und sorgte für einen leicht bitteren Nachgeschmack beim Clasico-Debüt von Cheftrainer Tito Vilanova. Ein trotzdem sehr „ehrenvolles“, wie die spanische Sporttageszeitung Marca nach der „Achterbahnfahrt im Camp Nou“ befand.

„Wir haben das Spiel kontrolliert und hatten die Chance auf das 4:1 - aber das ist Fußball“, sagte Vilanova, der nach der vergangenen Saison die Nachfolge von Josep Guardiola angetreten hatte. Valdes solle seinem Fehler nicht zu viel Bedeutung schenken, sagte er: „Ich werde mich an die positiven Sachen des Spiels erinnern.“

Reals Superstar Cristiano Ronaldo hatte den Meister nach Vorlage des deutschen Nationalspielers Mesut Özil, der wie Sami Khedira in der Startelf stand, in der 55. Minute in Führung gebracht, ehe Pedro, Weltfußballer Lionel Messi (70., Foulelfmeter) und Xavi (78. ) für den Pokalsieger eigentlich alles klar machten. Dann patzte Valdes.

Özil blieb bis auf seine Vorlage blass und musste, wie schon nach dem enttäuschenden Saisonauftakt der Königlichen am vergangenen Wochenende gegen Valencia (1:1) deutliche Kritik einstecken. „Nur Details“ schrieb die Marca, in einer seiner „verhängnisvollen Nächte“ El Mundo. Kolumnist Julian Ruiz erkannte in Khedira gar „Frankenstein“ auf dem Platz. Die Fürsprecher der beiden Deutschen seien nur da, wenn Özil und Khedira mal gut spielen würden - und das sei „sehr selten“ so, schrieb Ruiz.

Mourinho meckerte nur an der ersten Hälfte herum, „von der ersten Minute der zweiten Halbzeit hatten wir eine andere Antwort und haben ein ganz anderes Spiel gesehen“, sagte er und lobte sogar den Gegner: „Mir haben beide Teams gut gefallen.“ Den Elfmeterpfiff von Clos Gomez konnte nicht mal Mourinho kritisieren. Zu rabiat und deutlich hatte Sergio Ramos seinen Nationalmannschaftskollegen Andres Iniesta im Strafraum von den Beinen geholt.

Vor der ersten Titelentscheidung reist Madrid am zweiten Spieltag der Saison am Sonntag zum Lokalrivalen Getafe, Barcelona spielt in Pamplona gegen CA Osasuna.

sid

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