Neue "Elite-Uni" für Nationalspieler geplant

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Oliver Bierhoff (l.) mit Joachim Löw

Frankfurt/Main - Auf dem nächsten DFB-Bundestag im Oktober 2013 soll der Beschluss gefasst werden, ein zentrales Leistungszentrum für Auswahlspieler zu errichten. Vier Städte gelten als mögliche Standorte.

Oliver Bierhoff musste beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und beim neuen Präsidenten Wolfgang Niersbach in den vergangenen drei Jahren dicke Bretter bohren, doch die Pläne des Nationalmannschaftsmanagers für ein zentrales DFB-Leistungszentrum nehmen immer konkretere Formen an. Der Bau der bis zu 40 Millionen Euro teuren „Elite-Uni für Nationalspieler“ soll auf dem nächsten DFB-Bundestag im Oktober 2013 in Nürnberg beschlossen werden. Als Standorte kommen derzeit Frankfurt/Main, Duisburg, Köln oder München infrage. Am Montag führte Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters Vorgespräche mit Niersbach und Bierhoff in der DFB-Zentrale.

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Abgesegnet wurden die Pläne von Bierhoff für ein Leistungszentrum zumindest schon einmal von „Kaiser“ Franz Beckenbauer, einem engen Vertrauten von Niersbach. „Der Hauptteil der Ausbildung wird weiter in den Vereinen stattfinden, aber der DFB kann viel mehr tun, wenn er ein eigenes Zentrum hat: nicht nur für die Nationalspieler, sondern für seine Talente, seine Schiedsrichter oder etwa im Bereich Management mit einem Lehrstuhl. Ich plädiere für ein solches Zentrum“, sagte Beckenbauer.

Das Leistungszentrum soll mehrere Fußballplätze umfassen, ein Fitness- und Rehazentrum sowie Laufstrecke und Medieneinrichtungen. Genutzt werden soll es von allen Nationalmannschaften, für die Ausbildung der Bundesligatrainer und der Spitzenschiedsrichter. Vorbild ist die „Grande Nation“ Frankreich. Die französische Nationalmannschaft bereitet sich immer in Clairefontaine vor. Wichtig ist nach Angaben von Bundestrainer Joachim Löw dabei aber vor allem, dass in dem Leistungszentrum wie auch in den Niederlanden ein einheitliches Spielsystem einstudiert wird.

„Die Holländer können immer Talente nachschieben. Denn die holländischen Fußballer werden von klein auf nach der gleichen Systematik ausgebildet. Das ist in den vergangenen 30 Jahren an Beständigkeit kaum zu überbieten“, sagte der 52-Jährige und fügte hinzu: „Auch wir haben davon gelernt. Ausbildung ist jetzt auf Technik ausgerichtet, denn Technik ist die Grundvoraussetzung, um erfolgreich Fußball spielen zu können. Wer keine Technik hat, kann kein Tempo gehen.“

Teammanager Bierhoff ist schon seit Jahren Befürworter eines nationalen und zentralen Leistungszentrums. Bislang stieß der Europameister von 1996 beim Verband aber auf zahlreiche Widerstände. Das scheint sich nun aber zu ändern. „Ich spüre mittlerweile Unterstützung“, sagte Bierhoff, der mit dem teuren Leistungszentrum „Maßstäbe setzen“ will: „Wir erhoffen uns durch diesen Campus nach Vorbild einer Elite-Universität einen noch größeren Austausch zwischen allen DFB-Teams.“

Noch muss sich Bierhoff mit seinen Plänen aber gegen die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände durchsetzen. Denn die in den vergangenen Jahren modernisierten Sportschulen wie in Kaiserau oder Barsinghausen hätten dann ausgedient. Ohnehin werden diese Sportschulen nur maximal einmal pro Jahr von der DFB-Auswahl genutzt. Das neue Leistungszentrum des Verbandes soll dagegen mindestens an 200 Tagen im Jahr ausgelastet sein.

sid

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