Netzer traut Gladbach die Meisterschaft zu

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Günter Netzer traut seinen Fohlen den Titel zu

Köln - Vereinsikone Günter Netzer hält Borussia Mönchengladbach nach dem erfolgreichen Saisonverlauf für einen Kandidaten für den Gewinn der Meisterschaft. Für ein Fohlen verteilt er Sonderlob.

 „Die anderen müssen sie nun zunehmend ernster nehmen. Die Gladbacher gewinnen ihre Spiele und machen das Beste aus der Situation. Am Ende könnten auch sie Meister werden“, sagte der Weltmeister von 1974 und Europameister von 1972 einen Tag nach dem 3:0-Erfolg des Bundesliga-Vierten beim VfB Stuttgart im Interview mit der Tageszeitung Die Welt.

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Netzer, der die Borussen in den 70er Jahren als Spielmacher zu den ersten beiden Meister-Titeln geführt hatte, schreibt den Höhenflug seines Ex-Klubs mit nur einem Punkt Rückstand auf das Spitzentrio Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 insbesondere der Arbeit von Trainer Lucien Favre zu.

„Wer das Spiel der Gladbacher in Stuttgart gesehen hat, der kann ja gar nicht anders, als sich daran zu berauschen. Das Team vereint so viele positive Attribute des modernen Fußballs auf sich, und das Ganze wird auch noch gepaart mit einer Reihe von wirklich großartigen Spielern. Es ist eine pure Freude, ihnen zuzuschauen. In erster Linie ist es diese wunderbare Organisation der Mannschaft auf dem Platz, die der Trainer Favre geschaffen hat. Es gibt eine Ordnung, die durch nichts zu erschüttern ist. Eine Ordnung, die in jeder Phase funktioniert. Es ist alles durchdacht“, beschrieb Netzer den Stil der „neuen Fohlen“.

Allerdings sieht der frühere ARD-TV-Analyst von Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft auch Grenzen. Die Mannschaft spiele „auf verdammt hohem Niveau, das zu halten, ist nicht leicht, darin liegt die Gefahr. Hoffentlich kommt kein Einbruch oder eine Serie von Niederlagen, die ich schon im Hinterkopf habe“.

Auch sei „das Aufwärtspotenzial natürlich begrenzt, es sind ja schon jetzt wunderschöne Vorstellungen. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, aber im Moment noch mehr zu verlangen, wäre kaum möglich. Für ihre Verhältnisse geht es kaum besser“.

sid

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