Neitzel vorerst Cheftrainer beim VfL Bochum

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Karsten Neitzel

Bochum - Interimscoach Karsten Neitzel wird vorerst Cheftrainer des VfL Bochum. Darauf einigten sich am Montagabend Sportvorstand Jens Todt und der Aufsichtsrat.

Interimscoach Karsten Neitzel wird Cheftrainer beim VfL Bochum, aber so ganz trauen sie dem gebürtigen Dresdner in der Chefetage des Fußball-Zweitligisten noch nicht über den Weg. „Er hat unser Vertrauen, und wir sehen keinen Anlass, kurzfristig etwas zu ändern“, sagte Manager Jens Todt dem SID. Allerdings sei eine langfristige Zusammenarbeit mit Neitzel „nicht in Stein gemeißelt“.

So bleibt für den ehemaligen Assistenten nach der Beförderung vom Übergangs- zum Cheftrainer auf Probe noch eine Sprosse auf der Karriereleiter frei. „Die Mannschaft befindet sich in einem zarten Aufwärtstrend, wir wollen uns in so einer wichtigen Entscheidung nicht zeitlich unter Druck setzen lassen“, sagte Todt, der vorerst nicht mit anderen Kandidaten verhandeln will. Mit dem Aufsichtsrat um den neuen Vorsitzenden Hans-Peter Villis und seinem Vorstandskollegen Ansgar Schwenken hatte sich Todt am Montagabend geeinigt, einen Tag nach dem 2:2 gegen Energie Cottbus.

Dieses Remis hat ausgereicht, um Neitzel zumindest vorerst zum Nachfolger des entlassenen Andreas Bergmann zu küren. Die zuletzt völlig verunsicherte Elf schaffte das Remis gegen den Aufstiegskandidaten aus der Lausitz nach einem 0:2-Rückstand und einer erstklassigen kämpferischen Leistung, die auch die leidgeprüften Fans an der Castroper Straße mit Freude registrierten. Vier Tage zuvor hatte der VfL im ersten Spiel unter Neitzel die Pflichtaufgabe im DFB-Pokal gegen den TSV Havelse, wenn auch mit viel Glück, gelöst (3:1).

Todt will nun abwarten, wie sich die Mannschaft entwickelt - und die Tabellensituation. „Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende aus dem Keller herauszukommen. Danach kümmern wir uns gegebenenfalls um eine Neujustierung der Ziele“, sagte der Vorstand Sport. Die Bochumer sind als Tabellen-14. nach acht Spielen in Folge ohne Sieg nur einen Punkt von den Abstiegsrängen entfernt.

Dass der ehemaligen DDR-Juniorenauswahlspieler Neitzel nun eine Chance erhält, ist in mehrfacher Hinsicht logisch. Zum einen ist der ehemalige „Co“ von Bergmann in der Mannschaft beliebt, mehrere Spieler haben sich nach dem Spiel gegen Cottbus für den gradlinigen Neitzel stark gemacht. Auch Todt attestiert ihm und seinem Assistenten Thomas Reis eine „sehr hohen Akzeptanz“.

Zum anderen ist diese Lösung für den VfL aber auch eine finanziell günstige, was angesichts von 6,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten und fehlender Aufstiegsperspektive im dritten Zweitligajahr eine große Rolle gespielt haben könnte. Todt bestreitet einen direkten Zusammenhang: „Bei so einer wichtigen Personalie kann Geld nicht der primäre Grund sein.“

sid

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