Vor Champions-League-Spielen

Nebengeräusche bei Bayern und S04

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Matthias Sammer hatte klare Worte gefunden

München - Nach drei Siegen zum Auftakt der Champions League wollen Dortmund, Bayern und Schalke 04 im zweiten Gruppenspiel nachlegen. In München und auf Schalke wirkt aber noch das Wochenende ach.

Dem Traumstart in der Champions League wollen die drei Fußball-Bundesligisten trotz einiger Nebengeräusche eine weitere Sternstunde folgen lassen: Während Double-Gewinner Borussia Dortmund gegen das Millionen-Ensemble von Manchester City jedoch vor einer hohen Hürde steht, sind Bayern München bei Bate Borissow und Schalke 04 gegen HSC Montpellier favorisiert. Allerdings bestimmen bei beiden Klubs vor dem zweiten Gruppenspiel andere Themen die Schlagzeilen.

Beim FC Bayern wirkte vor seiner Reise ins Ungewisse, die er ohne den angeschlagenen Superstar Arjen Robben antrat, immer noch die scharfe Kritik von Matthias Sammer nach. Karl-Heinz Rummenigge gefiel die Motzki-Attacke seines Vorstandskollegen vor der Partie am Dienstag (20.45 Uhr MESZ/Sky) bei Bate Borissow „sehr gut. Ich glaube, wir dürfen nicht den großen Fehler machen, dass wir uns einlullen lassen“, sagte der Vorstandschef vor dem Abflug des deutschen Fußball-Rekordmeisters nach Weißrussland.

Trotz eines perfekten Auftakts mit neun Pflichtspielsiegen hatte Sammer den Stars in bester Uli-Hoeneß-Manier nach dem 2:0 in Bremen vorgeworfen, „nicht hellwach, nicht gallig“, sondern „lätschern“ aufgetreten zu sein.

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Die klare Ansage von Sammer ist auch bei der Mannschaft angekommen. „Wir wissen, dass wir noch nichts erreicht haben und besser spielen können. Dass Matthias Sammer uns warnt, ist normal. Das macht er nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch intern“, unterstrich Kapitän Philipp Lahm.

Am Dienstagabend wollen die Bayern ihrem Sportvorstand aber nicht noch einmal Grund zur Kritik geben. „Wir wollen auch in der Champions League einen perfekten Start hinlegen“, sagte Lahm nach dem 2:1 zum Auftakt gegen Valencia.

Auch Schalke gewann sein erstes Gruppenspiel in der Königsklasse in Piräus (2:1), doch ausgerechnet vor dem ersten Heimspiel in der Champions League ist die Stimmung im Keller. Von Vorfreude auf einen weiteren Europapokal-Festabend in der Arena am Mittwoch (20. 45 Uhr/Sky) gegen den französischen Meister HSC Montpellier ist wenig zu spüren. Zu sehr sorgt immer noch das unnötige 2:2 beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf für Unmut.

„Schuldzuweisungen untereinander bringen nichts. Jeder hat sein Päckchen zu tragen“, sagte Kapitän Benedikt Höwedes und fügte an: „So was darf uns nicht noch mal passieren.“ Sportvorstand Horst Heldt, der seine Wut nicht verbergen wollte, nahm die Spieler in der Mannschaftskabine persönlich ins Gebet.

Nun geht es um Wiedergutmachung. Mit einem Sieg könnte Schalke in Gruppe B immerhin schon einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen, „dafür müssen wir es aber besser machen als in der zweiten Halbzeit in Düsseldorf“, betonte Torjäger Klaas-Jan Huntelaar.

Der BVB wäre indes froh, wenn er bei ManCity an seine 5:0-Gala gegen Gladbach vom Samstag anknüpfen könnte. Besonderer Motivation bedarf es gegen die „Weltauswahl“ des englischen Meisters nicht. „Das ist die ganz große Bühne. Natürlich freue ich mich darauf. Schließlich will ich mich mit den Besten der Welt messen“, meinte Abwehrspieler Subotic vor dem Spiel am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky). Nationalspieler Mats Hummels sprach vor der Reise auf die Insel von „einem Traum“.

„Wir haben richtig Lust drauf“, bestätigte auch Trainer Jürgen Klopp. Er sieht aber „keine Berechtigung, jetzt eine dicke Lippe zu riskieren. Nach dem Motto: Jetzt kommen wir!“ Der Mix aus großer Vorfreude und „dem nötigen Respekt“ begleite den BVB ins Ethihad Stadion, wo Klopp den BVB nicht ohne Chance sieht - auch wenn City seit 15 Europacup-Spiele zu Hause ungeschlagen ist: „Das ist eine starke Mannschaft, gespickt mit Weltstars. Aber wir wissen, wie gegen Manchester spielen müssen, um eine Möglichkeit zu haben - und die besteht.“

sid

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