Stürmer nimmt Stellung

Kloses unglaubliche Fair-Play-Szene

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Miroslav Klose gab sein Handtor zu

Rom - Italien feiert Miroslav Klose - und das diesmal nicht wegen eines Treffers, sein Team Lazio hat gegen Neapel verloren. Sondern wegen einer unglaublichen Fairness-Szene.

„Handballer“ Miroslav Klose hat mit der Fair-Play-Geste des Jahres für Aufsehen im italienischen Fußball gesorgt. „Klose, Meister und Gentleman. Er verdient den ersten Preis wegen seines korrekten Verhaltens“, kommentierte der Corriere dello Sport, nachdem der Torjäger am Mittwochabend beim 0:3 von Lazio Rom beim SSC Neapel sein beim Stand von 0:0 per Hand erzieltes Tor durch den Schiedsrichter annullieren ließ. Der 34 Jahre alte Nationalstürmer wurde von allen Seiten mit Lob überschüttet.

Aufrichtig gab der Torjäger zu, dass er beim Tor, mit dem Lazio in der dritten Spielminute 1:0 in Führung gegangen war, die Hand zur Hilfe genommen hatte. „Mir ist der Ball an die Hand gesprungen“, sagte Klose bei DFB.de. „Es ist für mich das Normalste auf der Welt, dies dem Schiedsrichter dann auch zu sagen.“

Die italienischen Medien feierten den Legionär. „Die großen Meister des Fußballs erkennt man von gewissen Gesten und es müssen nicht unbedingt unvergessliche Tore sein. Klose, der ein wahrer Meister ist, hat eine weitere Seite im Buch seiner tollen Karriere geschrieben und dies mit dem Verzicht auf ein bereits gegebenes Tor“, schrieb die Gazzetta dello Sport.

Klose hatte schon zu Bundesliga-Zeiten bei Werder Bremen mit einer vergleichbaren Fair-Play-Aktion für Schlagzeilen gesorgt. Am 30. April 2005 gegen Arminia Bielefeld war es ein Foulelfmeter, den der Angreifer durch den Unparteiischen revidieren ließ. Klose erklärte damals dem Schiri ebenfalls beim Stande von 0:0, dass er von Arminia-Torwart Mathias Hain im Strafraum regelkonform vom Ball getrennt worden sei. Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) zeichneten Klose schließlich mit der Fair-Play-Trophäe aus. Unterschied zu Mittwoch: Bremen gewann damals am Ende mit 3:0 gegen Bielefeld.

Kloses bemerkenswerte Handlungsweise löste viel Beifall aus. Die Neapel-Fans im San-Paolo-Stadion applaudierten dem Deutschen, auch die Napoli-Spieler lobten den Routinier. „Man kann Klose für sein Verhalten nur bewundern“, sagte Neapels Kapitän Paolo Cannavaro. Auch Lazio-Coach Vladimir Petkovic sieht Klose als Vorbild: „Sein Verhalten ist für den ganzen Fußball ein Beispiel.“

Kloses Lazio musste in Neapel allerdings eine schmerzhafte Niederlage aufgrund eines Dreierpacks von Napoli-Starstürmers Edinson Cavani (19./31./64.) hinnehmen. Lazio rutschte mit neun Punkten auf den fünften Platz ab. Dank des Erfolgs gegen die Klose-Truppe konnte Napoli mit 13 Punkten zusammen mit Rekordmeister Juventus Turin die Führung in der Serie-A-Tabelle übernehmen.

„Wir haben nicht auf dem Niveau unserer Rivalen gespielt. Wir müssen konzentrierter sein“, sagte Lazio-Spieler Cristian Ledesma. Sein Teamkollege Lorik Cana sparte nicht mit Mannschaftskritik: „Klose ist der beste Stürmer der italienischen Meisterschaft, doch wenn die Abwehrspieler sich ganz auf ihn konzentrieren, ist es für uns schwierig, Tore zu schießen. Wir müssen Klose stärker unterstützen.“

Weil Titelverteidiger Juventus Turin (13) am fünften Spieltag mit dem 0:0 beim AC Florenz (8) zum ersten Mal in dieser Saison Federn ließ, setzte sich Neapel bei Punktgleichheit dank der besseren Tordifferenz auf Platz eins.

Inter Mailand (9) gewann am Mittwochabend dank der Treffer von Alvaro Pereira (43.) und Antonio Cassano 2:0 beim AC Chievo und verbesserte sich hinter Sampdoria Genua auf Rang vier. Die Genueser erkämpften mit zehn Mann ein 1:1 beim AS Rom (8). Gianni Munari glich in der 62. Minute die Führung der Römer durch Francesco Totti (35.) aus. Auch der AC Mailand (6) fand am Mittwoch nach drei Niederlagen an den ersten vier Spieltagen wieder auf die Siegerstraße zurück. Milan schlug Cagliari mit 2:0 und kletterte damit auf Rang 10.

Der CFC Genua (7) kam zu Hause gegen den AC Parma (5) nicht über ein 1:1 hinaus. Der deutsche Junioren-Nationalspieler Alexander Merkel kam bei Genua diesmal nicht zum Einsatz.

sid/dpa

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