Vorbereitung: Kampf um die EM-Tickets

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Bundestrainer Joachim Löw betreute persönlich das erste Training in Tourrettes

Tourrettes - Die deutschen Nationalspieler geben gleich zu Beginn der zweiten Phase der EM-Vorbereitung in Südfrankreich mächtig Gas. Vor allem die Wackelkandidaten müssen sich beweisen.

Beim Training am Samstagvormittag flüchteten die deutschen Nationalspieler zunächst vor Blitz und Donner ins Fitnesszelt, nach dem kurzen Unwetter tobte auf dem Trainingsplatz aber gleich wieder der Kampf um die EM-Tickets. „Ich will in jedem Training Vollgas geben und werde alles dafür tun, um im endgültigen Kader zu stehen“, sagte Wackelkandidat Ilkay Gündogan: „Es wäre für jeden Spieler eine Enttäuschung, wenn er kurz vor dem Turnier raus wäre.“

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Die Entscheidung darüber liegt in der Hand von Bundestrainer Joachim Löw, der mit Blick auf die Zusammenstellung seines endgültigen Kaders gleich zu Beginn der zweiten Phase der EM-Vorbereitung in Südfrankreich keine Zeit vergeudete. An den ersten zwei Tagen in Tourrettes standen drei Einheiten auf dem Progamm, bei denen sich die Profis beweisen mussten.

Rat bei der Qual der Wahl hätte sich Löw von seinem Kollegen Guus Hiddink holen können. Den Niederländer traf die deutsche Delegation überraschend beim Frühstück im exklusiven Hotel-Resort Provence at Terre Blanche. Löw und Manager Oliver Bierhoff plauderten mit Hiddink, der in der EM-Qualifikation mit der Türkei und der WM-Qualifikation mit Russland auf die DFB-Auswahl getroffen war. Hiddink ganz locker: „Ihr braucht keine Angst zu haben, dass ich hier als Spion für irgendwen unterwegs bin. Ich will hier nur Urlaub machen.“

An Urlaub ist vor allem für die Wackelkandidaten im deutschen Aufgebot, zu den neben Julian Draxler und Gündogan vor allem auch Marc-Andre ter Stegen, Ron-Robert Zieler sowie Sven und Lars Bender zählen, derzeit nicht zu denken. „Ich will alles daran setzen, um den Bundestrainer von mir zu überzeugen. Alles andere liegt nicht in meiner Hand“, sagte Neuling Draxler. Obwohl der Jungstar von Bundesligist Schalke 04 auf der Streichliste der Beobachter ganz oben steht, sieht Draxler seine EM-Chancen als intakt an.

„Natürlich wäre ich nicht glücklich, wenn ich nicht dabei wäre - auch wenn es für einen 18-Jährigen kein Beinbruch wäre“, äußerte der Offensivspieler, der sich bereits über eine positive Rückmeldung von Löw freuen durfte: „Der Bundestrainer hat mir bestätigt, dass ich körperlich voll auf der Höhe bin. Ich hätte in den ersten Einheiten einen guten Eindruck gemacht und soll so weiter machen.“

Draxler, der von einem EM-Duell mit dem portugiesischen Superstar Cristiano Ronaldo träumt, will sich einen Rat seines Ex-Klubkollegen Raul zu Herzen nehmen. „Er hat mir mit auf den Weg gegeben, dass ich so unbekümmert wie im Verein spielen und den Spaß am Fußball behalten soll“, sagte der gebürtige Gladbecker: „Ich tanke von Training zu Training mehr Selbstvertrauen und hole mir mehr Sicherheit. Die Jungs haben es mir aber auch einfach gemacht. Ich konnte mich super einfügen.“

Dagegen hat sich Per Mertesacker am Samstag nicht in das Teamtraining eingefügt. Der 27 Jahre alte Innenverteidiger des englischen Premier-League-Klubs FC Arsenal fehlte bei beiden Einheiten und absolvierte ein spezielles Programm im Teamhotel. Insgesamt nahmen jeweils 16 Profis am Training auf der rund zwei Millionen teuren Anlage, die Bauherr Dietmar Hopp nach dem Trainingslager der Gemeinde vermachen wird, teil.

Am Abend stand für das gesamte Team das Champions-League-Finale zwischen Bayern München und dem FC Chelsea im Quartier auf dem TV-Programm. Die acht Bayern-Spieler werden am 25. Mai im Trainingslager in Tourrettes erwartet, am Montag stoßen Mesut Özil und Sam Khedira von Real Madrid zur Mannschaft.

sid

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