Nasri entschuldigt sich für Eskapaden

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Samir Nasri

Donezk - Frankreichs umstrittener Nationalspieler Samir Nasri hat sich öffentlich für seine Eskapaden bei der EM in Polen und der Ukraine entschuldigt.

Via Twitter bemüht sich EM-Rüpel Samir Nasri noch um Schadensbegrenzung, doch die Skandale um die französische Nationalmannschaft werden den Verband richtig Geld kosten. Nach Informationen der Tageszeitung L'Equipe dürfen die Sponsoren der Equipe Tricolore Millionensummen zurückfordern, wenn die Popularitätswerte auf einer Skala von 1 bis 10 nicht mindestens bei 6,5 liegen - schon im Mai lag der Wert nur noch bei 5,5.

Ob Nasris Entschuldigungen noch eine Trendwende herbeiführen können, ist mehr als fraglich. „Ich liebe den Fußball und ich liebe die französische Nationalmannschaft. Und ich bedauere, dass meine Äußerungen die Fans, aber vor allem auch Kinder schockiert haben könnten“, zwitscherte der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler. Der Star des neuen englischen Meisters Manchester City hatte nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien (0:2) einen französischen Journalisten als „Hurensohn“ beschimpft.

Die verbalen Ausfälle Nasris und weitere Verfehlungen seiner Teamkollegen Jeremy Menez, Yann M'Vila und Hatem Ben Arfa dürften auch bei den Verhandlungen zwischen dem Verband und Nationaltrainer Laurent Blanc über eine Verlängerung des am Samstag auslaufenden Vertrages eine zentrale Rolle spielen. Nach AFP-Informationen werden die Gespräche zwischen dem Weltmeister von 1998 und Verbandspräsident Noël Le Graët bereits am Donnerstag beginnen.

Dabei wird auch schon geklärt werden, in welcher Form der Verband die vier Enfants Terribles sanktionieren wird. Angeblich droht Nasri ein Nationalmannschafts-Ausschluss von bis zu zwei Jahren. Menez, M'Vila und Ben Arfa sollen mit Sperren bis zu vier Spielen rechnen müssen. Bei allerdings nicht repräsentativen Umfragen sprach sich sogar eine Mehrheit der Fans für eine dauerhafte Verbannung Nasris aus dem Nationalkader aus.

Drastische Bestrafungen sind schon deswegen zu erwarten, weil durch die EM-Querelen alle Maßnahmen des Verbandes, „Les Bleus“ wieder ein positiveres Image zu verschaffen, vergeblich geblieben sind. Denn schon bei der WM-Endrunde 2010 in Südafrika hatten Streitigkeiten zwischen dem Team und dem damaligen Nationaltrainer Raymond Domenech die ohnehin sportlich enttäuschenden Leistungen überschattet. Seinerzeit traf Nicolas Anelka, Franck Ribery und Patrice Evra ein temporärer Bannstrahl, auch der umstrittene Domenech musste gehen.

Nicht nur die neue französischen Sportministerin Valerie Fourneyron übt nun politischen Druck auf Verbandsboss Le Graët aus, auch Alt-Internationale wie Rekord-Nationalspieler Liliam Thuram sind entsetzt, dass die Auswahlspieler aus den Vorfällen von Südafrika nichts gelernt zu haben scheinen: „Die meisten Menschen sind schockiert und empört. Da dürfen wir nicht gleichgültig bleiben.“

sid

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