Magath verweigert Unterschrift

Naldo-Transfer vorerst geplatzt

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Naldo will zu Wolfsburg

Wolfsburg - Der bereits als perfekt vermeldete Transfer des Brasilianers Naldo von Werder Bremen zum VfL Wolfsburg ist vorerst geplatzt. Felix Magath verweigert seine Vertragsunterschrift.

Der Transfer von Naldo wird zur Hängepartie: Der bereits als perfekt gemeldete Wechsel des brasilianischen Innenverteidigers von Werder Bremen zum Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg droht zu platzen. Der Grund: Wolfsburgs Manager und Trainer Felix Magath ist sich nach ersten medizinischen Untersuchungen des 29-Jährigen nicht mehr sicher, ob Naldos vorgeschädigtes rechtes Knie langfristig den Belastungen in der Bundesliga standhält.

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„Wir arbeiten weiter daran, den Spieler zu verpflichten“, sagte Magath: „Aber aufgrund der Verletzungsprobleme des Spielers in der letzten Saison ist eine eingehende Untersuchung von Naldo einfach notwendig. Im Interesse des VfL Wolfsburg können wir zum jetzigen Zeitpunkt die Verträge so nicht unterschreiben.“

Dabei schien am Dienstag alles perfekt. Im Trainingslager der Bremer im österreichischen Zillertal wurden die anwesenden Journalisten von der Mitteilung des SV Werder überrascht. Naldo, seit 2005 in Diensten der Bremer, ziehe es mit sofortiger Wirkung zum VfL Wolfsburg. Kurze Zeit später vermeldete auch der VfL den Deal, es sickerte nach und nach durch, dass Werder etwa fünf Millionen Euro kassieren soll und Naldo vier Jahre lang das Trikot der Wolfsburger tragen wird.

Am Mittwochmorgen gab es dann den ersten Grund zur Verwunderung. Der VfL schoss das neue Mannschaftsfoto. Mit dem abwanderungswilligen Diego war ein Brasilianer dabei. Aber Naldo fehlte. Nach dem Vormittagstraining warteten zahlreiche Journalisten auf der Pressetribüne, die Vorstellung des neuen Innenverteidigers war für 12.30 Uhr angekündigt.

Dann die völlig überraschende Nachricht für alle Anwesenden: „Aufgrund der Verletzungshistorie des Spielers ist es so, dass wir genauere Untersuchungen machen müssen, dass unser Arzt erst feststellen muss, dass dieser Spieler auch die nächsten Jahre für den VfL seine Leistung bringen kann“, sagte Magath: „Er hat weder bestanden, noch nicht bestanden. Wir möchten nur einen genauere Untersuchung, um zu sehen, wie belastbar das Knie ist.“

Naldos Knie ist schon länger der große Schwachpunkt des Brasilianers, ein Knorpelschaden bereitet ihm immer wieder Probleme. Die Saison 2010/2011 verpasste Naldo komplett, im vergangenen September feierte der schlaksige Verteidiger sein Comeback nach 16-monatiger Pause. Doch auch danach fiel er immer wieder aus. Dass der VfL Wolfsburg bei einer derartigen Krankenakte einen Transfer vor dem medizinischen Check als perfekt bekannt gibt, ist schon sonderbar.

Werders Geschäftsführer Klaus Allofs reagierte gelassen auf die Nachricht aus Wolfsburg: „Ich bin nicht überrascht. Wenn man einen 29-Jährigen untersucht, findet man immer etwas. Klar, dass dem dann nachgegangen wird.“ Allerdings hoffe er, dass schnell Klarheit eintritt.

„Er ist im Trainingsbetrieb und im Moment in der Lage zu trainieren“, sagte Magath„, `die Verpflichtung des Spielers ist aber keine für die nächsten paar Wochen, sondern für die nächsten Jahre. Deswegen müssen wir schauen, ob er auch in den kommenden Jahren in der Lage ist, Fußball auf höchstem Niveau zu spielen.“ Und fügte an: „Wir waren uns mit Werder über Ablösemodalitäten einig für den Fall, dass es medizinisch überhaupt keine Einwände gibt. So ganz ohne Einwände ist die Situation aber nicht.“

Und noch ein Profi des VfL Wolfsburg fehlte etwas überraschend auf dem Mannschaftsfoto: „Simon Kjaer hat keine Gelenkprobleme, er hat einen Infekt. Deshalb war Simon nicht auf dem Mannschaftsfoto“, sagte Wolfsburgs Trainer und Manager. Auf die Frage eines Reporters, ob Kjaer Wechselfieber habe, antwortete Magath vielsagend: „Tja, ich habe ihn nicht untersucht.“

sid

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