"Stillos": Aachen entlässt Funkel am Telefon

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Friedhelm Funkel ist nicht mehr Trainer von Alemannia Aachen.

Aachen - Die Trainerluft in der 1. und 2. Bundeslia wird immer dünner. Nach der Entlassung von Robin Dutt in Leverkusen feuerte Zweitligist Aachen Friedhelm Funkel.

Bei Anruf fort: Friedhelm Funkel ist als erster Zweitliga-Trainer seit elf Jahren zum zweiten Mal in einer Saison entlassen worden - am Telefon. Der 58-Jährige wurde am Sonntag nach fünf Niederlagen in Folge bei Alemannia Aachen freigestellt. Funkel hatte die akut abstiegsbedrohte Alemannia erst am 19. September übernommen, nachdem er fünf Tage zuvor beim VfL Bochum entlassen worden war.

Der 58-Jährige zeigte sich am Sonntag verbittert über die Umstände der Entlassung. „Ich ärgere mich ein bisschen“, sagte er den Aachener Nachrichten: „Es ist stillos, dass es am Telefon geschieht. Ich kenne das anders.“ Funkels Nachfolger wird bis zum Saisonende U23-Coach Ralf Aussem, der die Mannschaft bereits nach der Trennung von Peter Hyballa im September für ein Spiel betreut und ein 0:0 gegen den Aufstiegskandidaten SpVgg Greuther Fürth erkämpft hatte.

Der letzte Zweitliga-Trainer, den es zweimal in einer Saison erwischt hatte, war Hermann Gerland. Er flog in der Saison 2000/2001 nach dem 8. Spieltag bei Arminia Bielefeld und nach dem 26. beim SSV Ulm. Im Oberhaus wurde nur Rudi Gutendorf in einer Saison zweimal entlassen, 1970/71 erst bei Schalke 04, dann bei Kickers Offenbach.

Funkel ist mit mehr als 1100 Einsätzen als Spieler und Trainer der 1. und 2. Bundesliga Rekordhalter im deutschen Fußball. Das Glück hat den früheren Profi, der mit Bayer Uerdingen (zweimal), dem MSV Duisburg, dem 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt insgesamt fünf Mal in die erste Liga aufgestiegen ist, in der jüngeren Vergangenheit jedoch verlassen: Mit Hertha BSC stieg er 2010 aus der Bundesliga ab, mit Bochum verpasste er im Vorjahr in der Relegation den Aufstieg - nun scheiterte er bei der dritten Mission in Folge.

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„Wir mussten etwas unternehmen und alle Möglichkeiten ausschöpfen. Die Tendenz der letzten Spiele war einfach zu negativ“, sagte Aachens Sportdirektor Erik Meijer. Der Aufsichtsratsvorsitzende Meino Heyen, der am Donnerstag auch zum nächsten Präsidenten gewählt worden war, erklärte: „Nach fünf Niederlagen in Serie gab es Handlungsbedarf. Wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Ralf Aussem kennt die Mannschaft und den Verein, deshalb haben wir uns für diese interne Lösung entschieden.“

Der frühere Profi, der für den 1. FC Köln ein Erstliga- und für Fortuna Köln und Hannover 96 mehr als 300 Zweitliga-Spiele bestritt, will nun für Aufbruchstimmung sorgen. „Mein Eindruck ist, dass einige Leute im und um den Verein das Thema Klassenerhalt schon abgehakt haben. Diese Stimmung müssen wir schnellstens verändern“, sagte Aussem: „Wir sind mittendrin in den wichtigsten Wochen des Jahres. Die Mannschaft muss kapieren, dass sie eine grottenschlechte Saison noch retten kann.“

Die restliche Saison sei nun „wie ein Turnier mit sechs Spielen, vielleicht werden es auch acht.“ Dies wäre der Fall, wenn die Alemannia in die Relegation gegen den Dritten der 3. Liga müsste - angesichts des Rückstands auf das rettende Ufer im Moment schon fast das Ziel.

Aussem, der am Montag sein erstes Training leiten und auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden wird, trainierte bisher Fortuna Köln, Rot-Weiß Essen und seit 2010 die 2. Mannschaft der Alemannia in der fünften Liga.

SID

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