Nach Pokal-Eklat: Bajramaj kann nichts gutmachen

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Fatmire Bajramaj

München - Der Glanz des Glamourgirls ist längst ermattet - Fatmire Bajramaj muss sich wie eine Ver“LIRA“rin fühlen. Am Donnerstag kann sie leider nichts gut machen.

Tragisch genug, dass die Fußballerin des Jahres ihrem Klub 1. FFC Frankfurt im Champions-League-Finale am Donnerstag in München gegen Olympique Lyon (18.00 Uhr/ARD und Eurosport) nicht zur Verfügung steht. Schlimmer noch: Bajramaj, von allen nur „Lira“ genannt, hat den Ausfall nach einem egoistischen Alleingang wohl zu einem großen Teil selbst zu verantworten.

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Weil die 24-Jährige eine Verletzung verschwieg, stellte sie FFC-Trainer Sven Kahlert am vergangenen Wochenende im DFB-Pokal-Endspiel gegen Bayern München (0:2) auf. Nach einem Tritt auf die lädierte Stelle am Sprunggelenk musste Bajramaj nach 40 Minuten und einer indisponierten Vorstellung als Sturmspitze humpelnd das Spielfeld verlassen.

Nach ihrem seltsamen Schweigegelübde erntete sie harsche Kritik von Frankfurts Manager Siegfried Dietrich („unprofessionell“) und Kahlert („Dann hätten wir sie nicht aufgestellt“). Viele sprachen von einem Eklat, der sogar die erschreckend schwache Leistung des Favoriten in den Schatten stellte. Auch darüber, dass sie vor dem Spiel „fünf Voltaren“ geschluckt habe, hatte Bajramaj den Mannschaftsarzt nicht informiert.

Das Fehlen im Finale von München wegen einer Kapselzerrung mit Gelenkerguss im Knöchel erscheint für Bajramaj wie das i-Tüpfelchen auf einer verkorksten ersten Saison in Frankfurt. „Diese Verletzungen nerven. Es ist total bitter und für mich wieder ein Schlag“, sagte Bajramaj (6 Bundesliga-Saisontore), die zuletzt immer wieder von Blessuren zurückgeworfen worden war.

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Zumindest zeigte sich die Nationalspielerin einsichtig: „Es war ein Fehler, dass ich nicht ehrlich war. Vielleicht habe ich es sogar schlimmer gemacht. Aber ich wollte unbedingt wieder spielen nach einer vierwöchigen Pause“, erklärte Bajramaj reumütig. Dietrich hat sich die Offensivkraft trotzdem zur Brust genommen und schließt fortan für ähnlich gelagerte Fälle Strafen nicht aus.

Von der Zukunft verspricht sich auch Bajramaj Besserung. Sie, die mit vielen Vorschusslorbeeren vom deutschen Meister aus Potsdam kam, wirkt in der Mannschaft des siebenmaligen Meisters nicht selten wie ein Fremdkörper. Was auch daran liegt, dass sie noch keine feste Position gefunden hat und zwischen Linksaußen-, Spielmacherposition und Sturmzentrum pendelt. Dietrich lässt aber keine Zweifel am Integrationswillen seiner Starspielerin. „Lira ist in der Art ihres Auftretens eine Teamplayerin.“

Doch das konnte die aus dem Kosovo stammende Bajramaj bei der Heim-WM im vergangenen Jahr in Deutschland nicht beweisen. Als Werbe-Star und Beweis einer geglückten Integration sollte sie der strahlende Stern sein. Allerdings saß die „selbstbewusste Tussi“, wie sie sich selbst nennt, meistens nur frustriert auf der Ersatzbank. Der Boulevard ernannte kurzerhand Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi zu „unserem neuen WM-Star“, und DFB-Trainerin Silvia Neid erklärte, dass ihrer Vorzeige-Technikerin die „Leichtigkeit des Seins“ abhanden gekommen war.

Ob dafür der Werbe-Rummel um ihre Person ausschlaggebend war, konnte abschließend nicht geklärt werden. Kleiner Trost für Bajramaj: Vor der WM hatten Marketing-Experten prophezeit, bei ihr greife der „Kurnikowa-Faktor“. Auch wenn es sportlich nicht so läuft, ist Bajramaj also en vogue.

sid

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