Einsatz im Clasico unklar

Nach Özil-Eklat: Wie geht's weiter mit ihm?

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Mesut Özil

Madrid - Um Mesut Özil gab es einen kleinen Eklat, der beinahe zu einem größeren geworden wäre. Vor dem Clasico stellt sich die Frage: Wie geht es nun bei Real weiter mit dem Nationalspieler?

Cristiano Ronaldo in Gala-Form, Kaka wieder im Aufwind - aber Rätselraten um Mesut Özil: Pünktlich zum Clasico am Sonntag beim FC Barcelona (19.50 Uhr) zeigt bei Real Madrid die Formkurve wieder nach oben. Die Madrilenen sind aber auch zum Siegen verdammt. Im Falle einer Niederlage hätte Barca bereits elf Punkte Vorsprung - eine Vorentscheidung im Titelkampf.

„Ich bin mit unserem Spiel wieder sehr zufrieden. Der Sieg gegen Ajax hat uns und mir viel Selbstvertrauen gegeben“, sagte Ronaldo nach seinem Dreierpack beim 4:1-Sieg gegen Ajax Amsterdam in der Champions League. Bereits drei Tage zuvor hatte der 94-Millionen-Euro-Mann in der Liga beim 5:1 gegen Deportiva La Coruna dreimal getroffen. „CR7 ist wieder im Rausch“, schrieb Marca.

Allerdings noch nicht ganz vergessen ist der katastrophale Saisonstart mit zwei Niederlagen und dem Sturz auf Rang sechs. Rivale Barca hielt sich schadlos und führt nach sechs Siegen aus sechs Spielen die Liga an. „Es wird schwer in Nou Camp“, sagte Ronaldo: „Aber wir werden unsere Chancen bekommen.“ Mitspieler Xabi Alonso meinte: „Wir wissen um den großen Punkterückstand. Wir wollen natürlich auf Sieg spielen, aber wir müssen vorsichtig bleiben.“

Unklar blieb, welche Rolle Özil im Clasico einnehmen wird. Einst als neuer Spielmacher mit der Nummer zehn gepriesen, hat der Ex-Bremer nach schwankenden Leistungen zuletzt Kredit eingebüßt. In der Königsklasse musste er dem wiedererstarkten Brasilianer Kaka Platz machen. Keiner weiß, wie sauer Trainer Jose Mourinho tatsächlich auf den Deutschen ist. Beim Sieg gegen La Coruna soll der Portugiese Özil nach dessen Auswechslung eine Standpauke gehalten haben.

Auch die Solidaritäts-Aktion von Özils Freund Sergio Ramos dürfte nicht zur Entspannung beigetragen haben. Ramos hatte im Spiel gegen La Coruna ein Hemd mit Özils Nummer zehn unter dem Trikot getragen, um es im Falle eines Treffers den Fans im Jubel präsentieren zu können. Dazu kam es aber nicht, sonst wäre der Skandal perfekt gewesen.

Rebellion gegen Mourinho?

In den spanischen Medien hatte der Fall in den vergangenen Tagen für größeren Wirbel gesorgt: Auf der Titelseite der Sportgazette Marca blitzte Anfang der Woche die Nummer 10 des deutschen Nationalspielers hervor - und zwar unter dem Trikot von Ramos. Die Vorschau zum Champions-League-Spiel bei Ajax Amsterdam fand da keinen Platz mehr. Für die spanischen Medien ist klar: Bei Real ist ein Machtkampf entbrannt. „Ramos fordert Mou heraus“, schrieb Marca in großen Lettern auf Seite eins. Und der deutsche Nationalspieler Mesut Özil soll der Grund dafür sein. Denn Trainer Jose Mourinho hatte den Deutschen in der Halbzeitpause beim Duell mit Deportivo La Coruna (5:1) am vergangenen Sonntag ausgewechselt und ihm laut Angaben der Zeitung vor versammelter Truppe eine Gardinenpredigt gehalten.

Für Özils Freund Ramos offenbar zu viel. Der 26-Jährige zog sich das Trikot mit der Nummer 10 drunter, um es im Falle eines Torerfolgs zu präsentieren - und damit angeblich gegen Mourinho zu rebellieren. Dass es dazu am Ende nicht kam, war für die spanischen Medien Nebensache. „Mesut ist ein großer Freund, und ich habe ihm vor langer Zeit gesagt, dass ich ihm mein erstes Saisontor widmen werde“, versuchte Ramos am Dienstag bei Twitter zu beschwichtigen: „Ich habe seine Auswechslung dazu genutzt, sein Trikot anzuziehen. Es hätte ja sein können, dass ich mein erstes Tor schieße. Nicht mehr und nicht weniger.“

Keinerlei Probleme mit Mourinho hat derweil Sami Khedira, der am Sonntag zur Startelf zählen dürfte.

„Es gibt keinen Grund, von einem Drama zu sprechen, wenn ein Spieler auf der Bank sitzt. Wir haben 24 Spieler im Kader, sodass immer 13 nicht von Anfang spielen. Ich werde für die Aufstellung bezahlt. Ich tue dabei mein Bestes, Punkt“, sagte Mourinho auf der Pressekonferenz am Samstag.

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Barcelona geht mit breiter Brust ins das 254. Duell (105-mal gewann Barca, 92-mal Real) der ewigen Kontrahenten. Wie in der Liga lief es auch in der Champions League beim 2:0 gegen Benfica Lissabon für das Team um Weltfußballer Lionel Messi nach Wunsch. Sollten die Katalanen am Sonntag den Vorsprung auf elf Punkte ausbauen, wäre der Titel in greifbare Nähe gerückt, zumal Barca in den letzten Jahren im Schnitt pro Saison nur drei Spiele verloren hat.

Allerdings plagen Barca vor dem Duell mit dem Meister große Personalprobleme in der Abwehr. In Carles Puyol (Ellbogenverletzung) und Gerard Pique (Fußverletzung) fallen beide etatmäßigen Innenverteidiger aus. An ihrer Stelle werden wohl Javier Mascherano and Alex Song auflaufen.

Für Superstar Messi hat die Partie einen zusätzlichen Reiz. Der kleine Argentinier macht Jagd auf einen weiteren Rekord, den des besten Clasico-Torschützen. Bislang hält der legendäre Real-Stürmer Alfredo Di Stefano mit 18 Treffern die Bestmarke. Messi kommt auf 15 Tore. Doch selbst drei Treffer in einem Spiel waren für Messi zuletzt kein Kunststück mehr.

sid/dpa

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