Nach Knieverletzung: Cacau hofft auf Sohn

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Cacau im Pech.

Stuttgart - VfB-Stürmer Cacau macht derzeit extreme Gefühlsschwankungen durch: In der vergangenen Woche wurde der Deutsch-Brasilianer zum dritten Mal Vater, am Mittwoch riss er sich das Kreuzband im Knie.

Am vergangenen Freitag hatte Cacau noch ein breites Lächeln im Gesicht. Tamara, seine Ehefrau, schenkte dem Fußball-Nationalspieler a.D. Söhnchen Davi, das dritte Kind des Paares nach Tochter Lidia (5) und Sohn Levi (4). „Ich denke, dass ihm die Geburt für die kommenden Wochen einen Schub geben kann und er im Sturm wieder richtig aufblüht“, sagte Manager Fredi Bobic von Cacaus Verein VfB Stuttgart. Doch daraus wird nichts: Stattdessen muss sich Cacau mit Davi über eine schwere Verletzung hinwegtrösten.

Der 31-Jährige zog sich am Mittwochnachmittag im Training bei einem fairen Zweikampf mit Abwehrspieler Antonio Rüdiger einen Riss des Innenbandes und des hinteren Kreuzbandes im linken Knie zu. Er fällt für mindestens drei Monate aus, eine Spezialschiene soll eine Operation und eine noch längere Pause verhindern. „Das ist natürlich ganz bitter für uns und tut mir unheimlich leid für Cacau“, sagte Bobic, „wir werden ihn mit allem, was wir tun können, unterstützen.“

Cacau sagte am Donnerstag: „Ich bin traurig, dass ich mich im Training bei einem harmlosen Zweikampf so schwer verletzt habe und damit dem VfB in den nächsten wichtigen Wochen nicht helfen kann. In der Reha werde ich hart an meiner Rückkehr arbeiten.“ Dem Familien-Zuwachs soll dabei die Rolle des Seelentrösters zukommen: „Ich freue mich sehr über die Geburt unseres Sohnes Davi. Er wird mir in den nächsten Wochen viel Kraft geben.“

Stuttgart, nach nur einem Sieg in sieben Liga-Begegnungen vor dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV am Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) lediglich auf Tabellen-Platz 15, fehlen nun die Alternativen im Angriff. Dort ist Vedad Ibisevic Alleinunterhalter, Cacau hatte den Bosnier während dessen Rotsperre vertreten.

Weitere Angreifer im Kader sind Martin Harnik, Tunay Torun und Shinji Okazaki. „Das ist ein Schlag für ihn, aber auch sehr schade für uns“, sagte Trainer Bruno Labbadia deshalb am Donnerstag, Bobic ergänzte: „Das tut uns weh in unserer Situation.“

Medien in Stuttgart mutmaßen, der VfB könnte in der Winterpause noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. „Die Qualität von Cacau ist schwierig zu holen“, gab Labbadia aber zu bedenken. Eine sofortige Verpflichtung eines vertragslosen Spielers schloss Bobic aus. „Ob im Winter etwas passieren kann, werden wir sehen - je nach Heilungsprozess“, sagte er.

Für Cacau, der die Schiene sechs Wochen permanent tragen muss, ist die Verletzung ein weiterer Tiefschlag in einer unbefriedigenden Saison. In zehn Pflichtspielen traf er nur einmal, sechsmal wurde er nur eingewechselt. Und auch Bundestrainer Joachim Löw hatte Cacau zuletzt, wie schon bei der EM in Polen und der Ukraine, nicht mehr berücksichtigt. Viel Arbeit - für Davi. Und für Cacau.

sid

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