Nach Hass-Aktion: Heldt verteidigt Schalker Vorgehen

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Schalke-Manager Horst Heldt verteidigt das Vorgehen gegen die Hassplakat-Aktion gegen Manuel Neuer.

Gelsenkirchen - Schalkes Manager Horst Heldt hat die Vorgehensweise des Klubs gegen die Anti-Manuel-Neuer-Transparente im Heimspiel gegen Bayern München verteidigt.

„Der Ordnungsdienst hatte die Anweisung, nur kritische Transparente zuzulassen. Viele Plakate mit justiziablen Beleidigungen wurden dagegen einkassiert“, sagte der Ex-Nationalspieler der Bild-Zeitung.

Die Antistimmung gegen Neuer am Sonntag beim 0:2 des Pokalsiegers gegen den Fußball-Rekordmeister fand auch in einem 70-m-Transparent Ausdruck, das an eine Todesanzeige angelehnt war: „Wir trauern um M. Neuer - gestorben zwischen 2005 und 2011 - wiederauferstanden als charakterlose Marionette.“ Dazu entgegnete Heldt: „Das große Transparent erlaubten wir nach langer Überlegung, weil der Vorwurf von Charakterlosigkeit keine Beleidigung im juristischen Sinne ist. Außerdem wollten wir durch ein Verbot die Emotionen nicht weiter anheizen und andere Baustellen aufmachen.“

Offenbar hatten die Königsblauen Angst vor einer Eskalationen der aufgeheizten Fanmeinung. Zwar räumte Heldt ein, dass die Hass-Aktionen „sicherlich grenzwertig waren. Aber man muss auch sehen, dass die Enttäuschung und Wut der Fans einfach noch zu frisch sind.“

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat Schalke die Verantwortung für den Umgang mit den Anti-Manuel-Neuer-Transparente überlassen, will strafbare Inhalte von Plakaten aber nicht tolerieren. „Es ist Sache der Vereine, Klarheit zu schaffen. Vonseiten der DFL kann es aber nicht geduldet werden, wenn es strafbare Inhalte in Form von Plakaten gibt. Das ist in den Richtlinien so vorgeschrieben“, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball.

Ex-Kapitän und Schalke-Urgestein Neuer war zur laufenden Saison für insgesamt 25 Millionen Euro Ablöse zu den Bayern gewechselt. Am Sonntag hatte er seinen ersten Bundesliga-Auftritt nach seinem Wechsel an die Isar an alter Wirkungsstätte.

Außerhalb des Stadions hatten Anhänger von S04 sogar eine Puppe im Neuer-Trikot aufgehängt. „Wir ermitteln jetzt, wie lange die Puppe dort gehangen hat und werden dann gegebenenfalls weitere Schritte einleiten“, sagte Polizeisprecher Guido Hesse zur Bild.

Neuer selbst war über die aufgeheizte Stimmung in der Veltins-Arena nicht überrascht: „Ich wusste, was mich erwarten wird. Es sind emotionale Fans. Ich habe damit gerechnet, dass ich so empfangen werde und habe mich darauf eingestellt.“

SID

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