Nach Bayern-Grippewelle: Nur einer fehlt noch

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Bayern-Trainer Jupp Heynckes

München - Bayern München möchte auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft zunächst die lästigen Viren und danach die Konkurrenten in der Bundesliga abschütteln.

Nachdem einige Stars des deutschen Rekordmeisters unter der Woche im Bett lagen, lichtet sich das Lazarett pünktlich vor dem Südgipfel am Sonntag beim VfB Stuttgart (17.30 Uhr/Sky und Liga total!). Dort soll die Tabellenführung erfolgreich verteidigt werden.

„Wir haben nur einen hauchdünnen Vorsprung. Den wollen wir halten und festigen“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. Einen schmalen Punkt liegt der FC Bayern vor Meister Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach. Nerlinger erwartet daher bis Weihnachten eine Siegesserie. „Damit wir hoch zufrieden in die Winterpause gehen können, müssen wir die nächsten drei Spiele gewinnen“.

Trainer Jupp Heynckes verlangt volle Konzentration. „Wenn du Titel holen willst, musst du das beherrschen“, sagte er. Der Herbstmeisterschaft misst der Coach dabei als Teilziel durchaus Relevanz bei, aber eher, weil sie Beleg für gute Arbeit wäre. „Dann hast du die Gewissheit, deine Spiele gewonnen zu haben und kannst von oben runterschauen“, sagte er.

Allem Anschein nach werden die Münchner bis auf Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger mit dem kompletten Ensemble antreten können. Superstar Arjen Robben und Toni Kroos, die die „Kaffeefahrt“ zu Manchester City wegen der kleinen Grippewelle beim Ligakrösus verpasst hatten, konnten bereits am Donnerstag wieder trainieren. Zwar noch hüstelnd, aber doch schon ganz gut bei Kräften.

Auch wenn Heynckes sich am Freitag noch nicht endgültig festlegen wollte, dürften Robben und Kroos ebenso wie Daniel van Buyten, Mario Gomez und Thomas Müller am Sonntag virenfrei zur Verfügung stehen. „Ich wünsche mir, dass sie dabei sind“, sagte der Coach, der aber noch einen letzten Eindruck beim Abschlusstraining abwartet, gerade bei Robben. „Arjen ist noch nicht vollständig hergestellt. Aber wenn er gesund ist, wird er anfangen“, sagte Heynckes. Der Einzige, der beim freiwilligen Freitagstraining fehlte, war Müller.

Erholt und genesen soll beim Lieblingsgegner VfB, nirgendwo haben die Bayern häufiger gesiegt, ein weiterer Schritt zum Halbzeittitel in der Bundesliga gelingen. „Es ist wichtig, jetzt gleich nachzulegen, nachdem wir uns die Spitze gerade wieder erobert haben. Dann gibt es auch keinen Grund, uns zu kritisieren“, sagte Nationalspieler Müller bereits in Manchester.

Auch vor einem Jahr, als Bruno Labbadia bei den Schwaben sein Trainerdebüt feierte, siegte Bayern mit 5:3. Die Stuttgarter, damals akut in Abstiegsgefahr, stehen heute auf Rang sieben, drohen aber den Kontakt zur Spitzengruppe zu verlieren. Dennoch sagt Labbadia: „Damals standen wir mit dem Rücken zur Wand. Jetzt ist viel Freude da“.

Der VfB-Coach grübelt derweil, wie er die Verletzung von Rechtsverteidiger Khalid Boulahrouz, der nach einem Sehnenriss im Hüftbeuger dieses Jahr wohl nicht mehr spielt, kompensieren kann. Arthur Boka soll wie beim 2:2 gegen Köln als Verlegenheitslösung Boulahrouz vertreten, da auch der Ex-Bayer Stefano Celozzi fehlt.

Labbadias Optimismus kann dies aber nicht bremsen. „Alles andere als ein Sieg würde uns schocken“, sagte er scherzhaft, und fügte ganz im Ernst an: „Wir wollen die Bayern ärgern und ein gutes Spiel liefern.“ Gegen die Münchner und zum Abschluss der Hinserie beim VfL Wolfsburg sei es das Ziel, „sechs Punkte“ zu holen. Eine durchaus ambitionierte Vorgabe, schließlich liegt der letzte Heimsieg gegen den FC Bayern vier Jahre zurück.

sid

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