Nach Subotic-Ausfall

"Er hat Klasse": Klopp testet Friedrich

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Ein Bild von 2007 aus gemeinsamen Zeiten: Jürgen Klopp (l.) und Manuel Friedrich.

Dortmund - Als Konsequenz aus der schweren Knieverletzung von Innenverteidiger Neven Subotic wird der deutsche Fußball-Vizemeister Borussia Dortmund den arbeitslosen Manuel Friedrich (34) testen.

Borussia Dortmund hat auf den monatelangen Ausfall von Innenverteidiger Neven Subotic reagiert und nimmt für einige Tage Manuel Friedrich als prominenten Ersatzkandidaten unter die Lupe. Am Dienstag trainierte der zurzeit vertragslose Ex-Nationalspieler mit dem Team von Trainer Jürgen Klopp in Dortmund. „Er bringt Erfahrung mit, er hat Klasse. Jetzt geht es wirklich darum, wie er sportlich drauf ist. Wir gucken am Ende, wie es weiter geht, um in der Kürze der Zeit die richtige Entscheidung zu treffen“, sagte der BVB-Coach im Interview auf der vereinseigenen Homepage.

Der 34 Jahre alte Friedrich stand bis zum Sommer bei Bayer Leverkusen unter Vertrag, spielte in der Bundesliga zuvor für den FSV Mainz 05 und Werder Bremen. Zwischen 2006 und 2008 bestritt er insgesamt neun Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft.

Subotic hatte sich am vergangenen Samstag in Wolfsburg (1:2) einen Riss des hinteren Kreuzbandes und des Innenbandes im rechten Knie zugezogen. Der 24-jährige Serbe fällt bis Saisonende aus. „Bei der Schwere seiner Verletzung mussten wir relativ zügig überlegen, wie wir damit umgehen“, erläuterte Klopp, der Friedrich aus der gemeinsamen Zeit in Mainz bestens kennt. „Fußballerisch bringt er alles mit, den guten Spielaufbau und die Athletik, um auch schnell wieder fit zu werden“, meinte Klopp.

Friedrich hat nach Klopss Einschätzung „entsprechende Voraussetzungen“, um die entstandene Lücke zu schließen. „Er ist ein sehr anpassungsfähiger Spieler und ein sehr netter, hochintelligenter Mensch.“ Er sei sogar dafür mitverantwortlich, „dass ich meine Spielerkarriere beendet habe. Als er als junger Bursche mit seinen Talenten dazukam, dachte ich gleich ans Aufhören.“

Friedrich hielt sich zuletzt beim Regionallisten Rot-Weiß Oberhausen fit. Sollte er in den nächsten Tagen seinen ehemaligen Coach überzeugen, könnte er sofort verpflichtet werden, weil er zurzeit nicht unter Vertrag steht. Klopp will nun herausfinden: „Wie fit? Und wie es für uns passt. Menschlich, das durfte ich bereits vor einigen Jahren feststellen, passt es.“

Bis zur Winterpause zu warten, um dann einen Abwehrspieler zu holen, schien den Borussen angesichts des Mammutprogramms mit Bundesliga, Champions League und Pokal-Achtelfinale in Saarbrücken Anfang Dezember zu riskant. „Wir haben bis zum Ende der Vorrunde noch acht Spiele in drei Wettbewerben. Für die Champions League können wir ihn so oder so nicht mehr auf die Liste packen. Es bleiben aber sechs wichtige Spiele, über die man sich Gedanken machen muss“, sagte der BVB-Trainer.

Denn: In Mats Hummels und Sokratis stehen nur noch zwei erfahrene Innenverteidiger im BVB-Kader. Sollte sich einer der beiden Profis verletzen, hätte Klopp ein Problem. Die beiden Talente Koray Günter (19 Jahre) und Marian Sarr (18) sind zu unerfahren. Insofern würde eine Lösung mit Friedrich als „Backup“ Sinn machen. „Wir haben die jungen Burschen zwar, aber Talententwicklung muss auch im richtigen Moment geschehen. Günter hat Verletzungsprobleme gehabt, im Oktober nur 28 Minuten gespielt. Für Sarr, der noch A-Jugend spielen könnte, wäre es, Stand heute, auch nicht der glücklichste Moment, ihn ins kalte Bundesligawasser zu werfen“, so Klopp. „Und deshalb müssen wir gucken, ob wir uns für Übergangslösungen entscheiden.“

dpa

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