Nach Attacke auf Linienrichter: Junge kommt frei

Utrecht  - Ein 15 Jahre alter Niederländer, der im Zusammenhang mit der tödlichen Attacke auf einen Linienrichter festgenommen wurde, soll am Donnerstag vorläufig aus der Untersuchungshaft entlassen werden.

Es gebe zu wenig Beweise gegen den Amsterdamer, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Utrecht mit. „Er war zwar an dem Vorfall beteiligt, doch es gibt bisher keine Beweise, dass er auch gewalttätig war“, sagte eine Sprecherin.

Die übrigen Verdächtigen, sechs Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren sowie ein 50 Jahre alter Mann, bleiben in Untersuchungshaft. Der 41 Jahre alte ehrenamtliche Linienrichter Richard Nieuwenhuizen war Anfang Dezember nach einem Amateurfußballspiel attackiert worden. Einen Tag später erlag er seinen schweren Verletzungen. Alle Tatverdächtigen gehören dem Amsterdamer Amateurclub Nieuw Sloten an.

Nach der tödlichen Attacke sollen die Verhaltensregeln im niederländischen Profifußball verschärft werden. Darüber seien sich Verbände von Spielern, Trainern, Schiedsrichtern und Profiligen einig, teilte der niederländische Fußballbund KNVB am Mittwoch in Zeist mit.

„Der heutige Verhaltenskodex für Spieler und Offizielle muss strenger befolgt werden“, sagte der KNVB-Manager für die Profiligen, Gijs de Jong, nach einem Treffen mit Vertretern der beiden Profiligen, der Spielergewerkschaft, Schiedsrichter und Trainer. Anlass war der Tod des ehrenamtlichen Linienrichters Richard Nieuwenhuizen Anfang Dezember. Er war nach einem Amateurfußballspiel attackiert worden, einen Tag später erlag er seinen schweren Verletzungen.

Die Profis hätten eine wichtige Vorbildfunktion für den gesamten Fußball, betonte der KNVB. Konkrete Entscheidungen wurden noch nicht mitgeteilt. Nach dem Tod des Amateur-Linienrichters hatte der KNVB die Kampagne „Ohne Respekt keinen Fußball“ gestartet. Im März 2013 soll ein Aktionsplan für Respekt und gegen Gewalt vorliegen.

dpa

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