Arnesen nun HSV-Trainer - Gespräche mit Fink

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Frank Arnesen

Hamburg - Sportdirektor Frank Arnesen ist nun auch neuer Teamchef des Hamburger SV - vielleicht sogar bis Winter. Dennoch verhandelt der Bundesligist mit Thorsten Fink.

Frank Arnesen wandelt auf den Spuren von Felix Magath. Weil das Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV seinen Wunschkandidaten Thorsten Fink nicht sofort verpflichten kann, übernimmt der Sportchef nun auch den Trainerposten. „Ich bleibe solange, bis wir einen neuen Cheftrainer gefunden haben, von dem wir vollkommen überzeugt sind“, sagte der Däne am Montag.

Vorerst wird Arnesen also in einer Doppelfunktion a la Magath arbeiten. Am Sonntag sitzt er in Freiburg auf der Trainerbank, Interimscoach Rodolfo Esteban Cardoso unterstützt ihn als Assistent.

Trotz der kurzfristigen Lösung hat der HSV weiter Interesse an Fink. Ein Wechsel an die Elbe kommt für den Wunschkandidaten allerdings erst im Winter infrage, der FC Basel sieht bei einem früheren Abgang den sportlichen Erfolg gefährdet. Und auch der 43 Jahre alte Fußballlehrer will seine Zelte nicht überhastet abbrechen. „Bis Januar bleibe ich jetzt erstmal in Basel. Der HSV hat nachgefragt, der FC Basel und ich haben das zur Kenntnis genommen. Aber im Laufe dieses Halbjahres ist es auch schwierig. Ich möchte mich auf jeden Fall weiter auf meinen Job konzentrieren und hier gute Arbeit leisten“, sagte Fink Welt online.

Die gesuchte, schnelle Lösung konnte der Fußballlehrer also nicht sein, aber genau diese benötigte der HSV. Denn die 15-Tage-Frist der Deutschen Fußball Liga (DFL) für Cardoso, unter dem der HSV seinen ersten Saisonsieg in Stuttgart holte, lief am Montag ab. Er darf nun nicht mehr als Interimstrainer fungieren.

Thorsten Fink ist als Trainer nicht nur in der Schweiz äußerst angesehen

Am Sonntag sitzt deshalb also der Sportchef höchstpersönlich auf der Bank - ganz nach dem englischen Modell des Teammanagers. Glücklich ist Arnesen mit der Variante nicht, aber sie bringt den Verantwortlichen ein wenig Zeit auf der scheinbar unendlichen Trainersuche. Arnesen will so oft wie möglich selbst auf dem Trainingsplatz stehen. Neben Cardoso, mit dem Arnesen „sehr, sehr zufrieden“ war, wird dem Dänen Frank Heinemann assistieren.

Trotz der gefundenen Übergangslösung geht die Suche der Hamburger also weiter. Ein Kandidat bleibt dabei Guus Hiddink. Der Nationaltrainer der Türkei muss nach der 1:3-Niederlage gegen Deutschland um die EM-Qualifikation bangen. Ein Aus wäre wohl mit einem sofortigen Abschied aus der Türkei gleichzusetzen. Aber dass der Hamburger SV das zuletzt äußerst üppige Salär Hiddinks aufbringen kann, ist ob der angespannten Haushaltslage unwahrscheinlich.

So stehen 21 Tage nach der Entlassung von Michael Oenning noch immer viele Fragezeichen hinter der Trainersuche der Hamburger. Bei Schalke 04 dauerte es nach dem Rücktritt von Ralf Rangnick ganze fünf Tage, bis Huub Stevens vorgestellt wurde und gleich mit drei Siegen durchstartete. Auf eine ähnliche Serie hofft Arnesen nun auch in seiner neuen Funktion.

sid

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