Mourinho mit Ode an Özil: "Ich liebe ihn!"

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Mourinho (r.) schwärmt von Özil

Madrid - Sami Khedira und Mesut Özil haben Trainer Jose Mourinho mit ihren Treffern in seinem 100. Europapokal-Spiel ein glanzvolles Jubiläum beschert. Mou erklärt Özil darauf seine Liebe.

Mit einer blutenden Platzwunde am Kopf schlich Sami Khedira in der 61. Minute vom Platz, Mesut Özil ließ sich fünf Minuten später völlig entkräftet auswechseln. Doch der Applaus der 70.000 Zuschauer im Estadio Santiago Bernabeu sowie das große Lob von Trainer Jose Mourinho sorgten trotz aller Schmerzen für Glücksgefühle bei den beiden deutschen Nationalspielern von Real Madrid. „Der Kopf schmerzt noch, aber mein erstes Pflichtspieltor nach mehr als einem Jahr in Madrid macht mich überglücklich“, sagte Khedira, der beim 4:0 (1:0) der Königlichen in der Champions League gegen Olympique Lyon zum zwischenzeitlichen 2:0 (47.) getroffen hatte.

Diese Deutschen spielten bei Real Madrid

Diese Deutschen spielten bei Real Madrid

Khedira und Özil waren beim dritten Gruppensieg an den ersten drei Treffern direkt beteiligt. Özil leitete per Eckball das 1:0 durch Karim Benzema (18.) ein, Khedira erhöhte nach der Pause mit einer schönen Einzelleistung auf 2:0, ehe Lyons Torwart Hugo Lloris Özils strammen Schuss zum 3:0 ins eigene Tor drückte (55.). Den Schlusspunkt setzte Außenverteidiger Sergio Ramos (81.) Mit neun Punkten nach drei Spielen führt Madrid souverän die Gruppe D vor Lyon (4) an.

Doch den exzentrischen Real-Coach Mourinho beglückte weniger die weiße Weste seiner Mannschaft in der Champions-League-Gruppenphase oder der schöne Erfolg in seinem 100. Europapokalspiel. Vielmehr freute sich „The Special One“ über die Auftritte von Özil und Khedira. „Ich habe mir zuletzt beide Länderspiele von Deutschland angesehen und Khedira hat sehr gut gespielt. Gegen Lyon war er wieder sehr stark. Ich fand seine Vorstellung wirklich sehr gut“, sagte Mourinho zu Khediras Leistung nach dem deutlichen Sieg gegen den französischen Angstgegner dem Pay-TV-Sender Sky.

Sogar mit Pathos in der Stimme sprach Mourinho über den Deutsch-Türken Özil, der bei den Königlichen von Woche zu Woche besser wird und immer öfter auch den vermeintlichen Superstar Cristiano Ronaldo in den Schatten stellt. „Özil zeigt mit jedem Ballkontakt seine Klasse, aber er muss sich selbst jetzt auf das nächste Level bringen“, sagte Mourinho, der den Deutsch-Türken in Madrid bereits als den neuen Publikumsliebling ausgemacht hat: „Jedes Mal, wenn Özil den Ball berührt, macht er wunderbare Dinge, das Publikum liebt ihn und ich liebe ihn auch.“

Während Özil zuletzt auch beim 3:1 der deutschen Nationalmannschaft im abschließenden EM-Qualifikationsspiel gegen Belgien in Düsseldorf nicht nur wegen seines traumhaften Führungstreffers überragte, scheint sich auch Khedira zunehmend aus seinem Nach-WM-Loch zu befreien. Nach eher durchschnittlichen Auftritten in den EM-Qualifikationsspielen in der Türkei (3:1) und gegen Belgien erwachte sein Potenzial am Dienstag in der Champions League gegen Lyon.

Und damit ließ der Deutsch-Tunesier seinen zuletzt markigen Worten auch Taten folgen. Vor zwei Wochen hatte Khedira mit einem Rundumschlag gegen seine Kritiker für Aufsehen gesorgt. „Ich renne nicht wegen jeder Kleinigkeit zur Presse, aber jetzt war es mal an der Zeit, einige Dinge klarzustellen. Ich fand die Diskussion in Deutschland zuletzt sehr interessant. Es wurde angefangen, über mich zu sprechen. Über einen, der gar nicht mitwirken konnte. Über einen, der seit Jahren in der Nationalmannschaft nonstop gespielt hat, und das auch noch ziemlich gut. Das finde ich sehr schade. Ich finde das sogar respektlos, in meiner Abwesenheit über mich zu diskutieren“, hatte Khedira erklärt. Mit seinem Treffer gegen Lyon hat der 24-Jährige seine Kritiker nun vorerst aber zum Schweigen gebracht.

sid

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