Mourinho denkt über Deutschland-Job nach

+
José Mourinho

Madrid - Star-Trainer Jose Mourinho von Real Madrid schätzt an seinen Mittelfeldspielern Mesut Özil und Sami Khedira vor allem ihre deutschen Tugenden. Er überlegt zudem, eines Tages in Deutschland zu arbeiten.

„Sie sind professionell, sie machen kaum Fehler im Job. Sie wissen, was Pünktlichkeit, Verantwortung und Konzentration ist. Sie sind noch jung, aber sie haben Selbstdisziplin. Ich mag die deutsche Mentalität sehr“, sagte Mourinho in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Trotz der Vorliebe für deutsche Tugenden verlangt der Portugiese aber, dass Özil und Khedira sich ins Team einfügen und spanisch sprechen. „Das ist unsere gemeinsame Sprache, die spreche ich auch in der Kabine“, sagte Mourinho, der im Gegenzug selbst noch keine Versuche gemacht hat, deutsch zu lernen.

„Das ist sehr schwierig, vielleicht bin ich auch zu faul“, meinte er, gab aber auch zu, „dass ich es nie versucht habe“. Er habe bislang keinen Druck gehabt, deutsch zu lernen, sagte der exzentrische Portugiese, der mit dem FC Porto, dem FC Chelsea, Inter Mailand und jetzt Real Madrid Erfolge feierte: „Vielleicht gehe ich eines Tages nach Deutschland, um dort zu arbeiten - dann muss ich es lernen.“

Schwieriger als seinen Job als Trainer schätzt Mourinho derweil seine Rolle als Vater ein. „Unsere Kinder sind das Wichtigste für uns. Wir wollen keine Fehler machen, das ist nicht leicht. Meine Frau macht zu Hause einen tollen Job, und ich versuche, mein Bestes zu geben“, sagte er. Besonders wichtig ist es für ihn, dass „meine Kinder lernen, dass man manchmal verlieren kann. Sie sollen aber auch wissen, dass es wichtig ist, immer alles zu geben“.

José Mourinho - seine Skandale - seine Eskapaden

Schlechter Verlierer: Die Skandale und Eskapaden des José Mourinho

Dass er mit seiner oft - freundlich beschrieben - „forschen“ Art häufig aneckt und gehasst wird, stört ihn nicht. „Es passiert doch Trainern oft, dass die eigenen Fans sie hassen. Das bedeutet, dass die Ergebnisse nicht stimmen, der Trainer nicht gut ist. Aber seit ich Trainer bin, wurde ich immer von den eigenen Fans geliebt. Bei Porto, bei Chelsea, bei Inter waren die Leute traurig als ich ging“, sagte er: „Die Fans der gegnerischen Teams haben mich nicht geliebt und das tun sie auch jetzt nicht. Das zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

Im privaten Leben sei er ein ganz normaler Mensch und Familienvater, was aber nicht viele wüssten, weil ihn die meisten Menschen nicht wirklich kennen würden. Seinen Spitznamen „The Special One“ (Der Besondere) findet er dennoch passend. „Wenn ich die Entwicklung in meiner kleinen Welt betrachte, die aus Fußball besteht, bin ich besonders, weil ich kein Heuchler bin. Das ist eine seltene Sache“, meinte er: „Wenn Sie mich vor zehn Jahren gefragt hätten, hätte ich sicher etwas anderes geantwortet. Aber jetzt, wenn ich sehe, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln, dann ist man besonders, wenn man kein Heuchler ist.“

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare