DFB-Frauen: Traumstart vor 73.000 Zuschauern

Berlin - Mit einem locker herausgespielten Sieg gegen Kanada haben Deutschlands Fußball-Frauen bei der Heim-Weltmeisterschaft Kurs auf den Titel-Hattrick genommen und die Euphorie im Gastgeberland weiter angeheizt.

Die Partie endete 2:1 für die DFB-Elf. Kerstin Garefrekes (10. Minute) und Celia Okoyino da Mbabi (42.) sorgten am Sonntag vor der europäischen Rekordkulisse von 73 680 Zuschauern im Berliner Olympiastadion für die Treffer des zweifachen Champions, der sich an die Tabellenspitze der Gruppe A setzte. Mit einem Freistoßtor verkürzte Christine Sinclair (82.) für Kanada und fügte der DFB-Elf damit das erste WM-Gegentor seit 679 Minuten zu. Im zweiten Vorrundenspiel treffen die deutschen Fußball-Frauen am Donnerstag (20.45 Uhr) in Frankfurt auf Afrika-Meister Nigeria, der zum Turnierstart in Sinsheim mit 0:1 gegen Frankreich verlor.

DFB-Mädels besiegen Kanada: Bilder des Spiels

WM-Traumstart: DFB-Mädels besiegen Kanada

Vor einem erwartungsvollen Publikum, darunter Bundespräsident Christian Wulff und Kanzlerin Angela Merkel, bot das DFB-Team gegen den Weltranglisten-Sechsten und WM-Gastgeber von 2015 eine spielerisch überzeugende Vorstellung und blieb im 13. WM-Spiel in Serie ungeschlagen. “Mein Eindruck ist, dass die Mannschaft gegen einen ganz starken Gegner sehr, sehr gut spielt“, sagte Merkel zur Pause in der ARD. Pluspunkte sammelte zum Turnierstart vor allem Okoyino da Mbabi, die sich einen Tag vor ihrem 23. Geburtstag mit ihrem ersten DFB-Treffer ein vorzeitiges Geschenk bereitete. Mit ihrer Schnelligkeit in der Spitze übertraf sie Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz deutlich an Wirkung.

In ihrem 23. WM-Spiel, womit sie Bettina Wiegmann als deutsche Nummer eins ablöste, wirkte die in diesem Jahr im DFB-Trikot noch torlose Frankfurterin glücklos. Nach 56 Minuten machte Prinz Platz für Jungstar Alexandra Popp. Torfrau Nadine Angerer hielt ihren Kasten lange sauber, musste aber am Ende dorch erstmals bei einer WM hinter sich greifen. Mit ihrer Aufstellung hatte Trainerin Neid für eine Überraschung gesorgt. Die 47-Jährige ließ Sturmführerin Inka Grings zunächst auf der Bank und bot dafür Okoyino da Mbabi auf. Die 22-Jährige wechselte sich mit der elf Jahre älteren Prinz in der Spitze ab. Melanie Behringer rückte in der Startelf auf die linke Seite. Die deutsche Elf startete ohne Bammel vor der großen Kulisse und spielte von Beginn an schwungvoll nach vorne, die erste Chance bot sich aber den Gästen.

Frauen-WM: Die Bilder der Eröffnungsfeier

Frauen-WM: Die Bilder der Eröffnungsfeier

In der 6. Minute lief Torjägerin Sinclair nach Simone Laudehrs Fehler allein auf das deutsche Tor zu, zielte aber zu hoch. Doch schon kurz darauf schwappte nach dem 1:0 durch Garefrekes erstmals die “La Ola“-welle durchs weite Rund. Nach Babett Peters Flanke war die Frankfurterin per Kopf zu ihrem 42. Länderspiel-Treffer erfolgreich. Sekunden zuvor hatte Kanadas Torfrau Erin McLeod gegen Garefrekes noch einen Rückstand verhindert können. Doch die offensiv eingestellten Kanadierinnen zeigten sich wenig beeindruckt und spielten weiter mutig nach vorne. Die deutsche Abwehr wurde nach mühelosen Testspiel-Siegen erstmals richtig gefordert und wirkte dabei nicht immer ganz sattelfest.

In der 29. Minute verpasste Diana Matheson mit einem Distanzschuss den möglichen Ausgleich. In der Schlussphase der ersten Halbzeit zogen die die Gastgeberinnen die Zügel aber noch einmal an. Drei Minuten vor der Pause zog Okoyino da Mbabi kurz hinter der Mittellinie mit dem Ball los und vollstreckte eiskalt zum vorentscheidenden 2:0. Nach dem Seitenwechsel stand das Geschehen ganz im Zeichen der DFB-Elf, die allerdings geradezu verschwenderisch mit ihren Torchancen umging. Allen voran Garefrekes ließ zwei klare Gelegenheiten aus. In der 57. Minute zögerte die 31-Jährige zu lange, neun Minuten später jagte sie ein Zuspiel von Popp über das leere Tor. Pech hatte Laudehr (77.) mit einem Lattenschuss.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare