Löws Luxusproblem im Sturm

Klose sticht wieder Gomez aus

+
Miroslav Klose macht nach 73. Minuten Platz für Mario Gomez. Die ersten drei Spiele durfte noch der Bayern-Stürmer von Beginn an auf Torejagd gehen.

Danzig - Gegen Griechenland gehörte der dreifache EM-Torschütze Mario Gomez überraschend nicht zur Startelf. Dafür spielte wieder sein Kontrahent Miroslav Klose von Beginn an. Mit Erfolg.

Wenige Stunden zuvor hatte der deutsche Vorrundenheld eine bittere Pille schlucken müssen. „Heute Vormittag hat mir der Trainer gesagt, dass ich nicht von Beginn an spiele. Ich musste das akzeptieren, ich war darüber natürlich nicht erfreut“, sagte Gomez mit einem gequälten Lächeln nach dem 4:2-Erfolg der DFB-Auswahl gegen die Griechen. Der dreifache EM-Torschütze hatte dabei nur die letzten 13 Minuten mitwirken durfte.

Torfestival! Halbfinale! Deutschland schickt die Griechen heim - Die Noten

Torfestival! Halbfinale! Deutschland schickt die Griechen heim - Die Noten

„Der Trainer hat mir erklärt, warum er einige Änderungen vornimmt, aber das bleibt unter uns“, erzählte der Münchner weiter. Er war sich sichtlich bemüht, seine riesige Enttäuschung einigermaßen zu verbergen. „Es ist eine schöne Situation für Joachim Löw. Er kann eigentlich bringen, wen er will. Es funktioniert“, sagte Gomez. Er muss allerdings fürchten, dass sein persönlicher Höhenflug nach der Vorrunde beendet ist.

Klose liegt in der ewigen Torjägerliste des DFB nur noch vier Treffer hinter Gerd Müller (68) und überzeugte in seinem 120. Länderspiel auch als Vorbereiter und spielstarker Mittelstürmer. Als die Klose-Show nach 80 Minuten beendet war, erhob sich nicht nur die Kanzlerin von ihrem Platz. Die deutschen Fans feierten den Torjäger mit „Miro, Miro“-Sprechchören, und auch von den Zuschauern aus seinem Geburtsland gab es Applaus. Entsprechend gefragt war der in Oppeln geborene Goalgetter, der sich in der Vorrunde mit drei Kurzeinsätzen hatte begnügen müssen, auch bei den polnischen Journalisten.

„Es war schön, wieder von Beginn an zu spielen. Ich habe versucht, ein gutes Spiel zu machen und der Mannschaft so gut es geht zu helfen. Natürlich weiß ich, dass das für Mario nicht einfach ist. Aber wir wollen beide den Erfolg der Mannschaft, und der Trainer hat nun mal die Qual der Wahl“, sagte der Routinier von Lazio Rom nach seinem starken Comeback.

Gomez pflichtete nur drei Meter weiter seinem Konkurrenten bei. „Das Schöne ist: Der Trainer kann so ziemlich alle bringen, das haben wir heute wieder gesehen“, sagte der 26-Jährige. Dann verabschiedete er sich mit einer Anspielung auf die Unberechenbarkeit von Bundestrainer Joachim Löw und einem Augenzwinkern: „Lasst uns abwarten, wer im Halbfinale spielt.“

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare