Mini-Robben Beister: Einer für Löw?

+
Maximilian Beister

Köln - Topscorer in der 2. Bundesliga, Stammspieler in der U21: Für Maximilian Beister von Fortuna Düsseldorf könnte es kaum besser laufen. Doch eines bereitet dem Shootingstar derzeit Kopfzerbrechen.

Am Strand von Zypern hatte Maximilian Beister Zeit für Träume. Große Träume sogar. „2013 würde ich gerne bei der U21-EM spielen. Und nächstes Jahr in der ersten Liga“, sagt der Shootingstar von Zweitliga-Tabellenführer Fortuna Düsseldorf auf DFB-TV und blickt dabei aufs Meer: „Und irgendwann klopfe ich vielleicht bei Jogi Löw an. Ich habe viele Ziele - und für die arbeite ich hart.“

Zumindest Ziel Nummer eins ist für Beister bereits in Sichtweite. Ein Sieg am Dienstag (17.45 Uhr/Sport1) im letzten EM-Qualifikationsspiel des Jahres, und die siegverwöhnten U21-Fußballer haben die EM-Play-offs so gut wie sicher. Mit alten U17-Gefährten wie Lewis Holtby oder Ilkay Gündogan nach Israel zu fahren, das wär's für Beister. „Es ist immer etwas Schönes, für sein Land zu spielen. Nicht jeder darf das, das muss man sich immer wieder vor Augen halten“, sagt der 21-Jährige, der in der U21 längst eine feste Größe ist.

Die seltsamsten Fußballer-Namen Deutschlands

Die seltsamsten Fußballer-Namen

Spiele auf internationaler Bühne sind es aber auch, die Beister einem immer größeren Publikum bekannt machen. Auch wenn er das seit dieser Saison gar nicht mehr nötig hat. Acht Tore und neun Vorlagen hat der inzwischen auch „Mini-Robben“ genannte Jungprofi auf dem Konto, damit ist er der Topscorer der 2. Liga. Und wohl auch der begehrteste: Cock Jol, Bruder und Assistent von Fulham-Trainer Martin Jol, will Beister angeblich nach London locken. Auch Ajax Amsterdam wird immer wieder genannt.

„Ich habe zuletzt eine rasante Entwicklung genommen“, sagt Beister über seinen Aufstieg vom Bankdrücker zum Dauer-Torschützen. „Das erste halbe Jahr in Düsseldorf habe ich wenig Einsatzzeiten gehabt. Ich habe nicht zeigen können, was ich drauf habe. Gegen Fürth habe ich dann meine Chance bekommen und das 1:0 geschossen“, erinnert er sich: „Seitdem hab ich das Selbstvertrauen und die Leichtigkeit, mit der man gut Fußball spielen kann.“

Alles bestens also - wäre da nicht die ungeklärte Frage nach der Zukunft. Diese bereitet Beister ein wenig Kopfzerbrechen. Denn die Fortuna hat Beister nur ausgeliehen, eigentlich gehört er bis 2013 dem Hamburger SV. Und der hätte sein Juwel im Sommer gerne zurück, wie Sportchef Frank Arnesen immer wieder betont. Was im schlechtesten Fall Beisters zweites Ziel, das der Erstliga-Karriere, gefährden könnte, spielt der HSV doch momentan gegen den Abstieg. „Ich werde mitentscheiden, wo ich in der nächsten Saison spiele“, sagt Beister dann auch.

Und dann ist da noch das Ziel Nummer drei. Im Grunde erfüllt Beister das Anforderungsprofil von Joachim Löw perfekt: Er ist schnell, verfügt über eine hervorragende Technik und ist dabei extrem torgefährlich. „Dynamisch, schnell, spektakulär - das ist mein Spieltyp“, sagt er über sich selbst: „Nur außerhalb des Platzes schalte ich einen Gang runter und gönne mir Auszeiten, um Energie zu sammeln.“ Energie, die er noch brauchen wird. Denn Maximilian Beister hat noch viel vor.

sid

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare