Becherwerfer von St. Pauli: Milde Strafe

Hamburg - Im Prozess um den Becherwurf-Skandal beim FC St. Pauli hat das Gericht den Angeklagten Stephan H. am Mittwoch der vorsätzlichen gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen.

 Er erhält allerdings nur eine Verwarnung und eine Strafe in Höhe von 150 Tagessätzen a 80 Euro, also 12.000 Euro, die zur Bewährung ausgesetzt sind.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass H. am 1. April in der abgebrochenen Partie zwischen dem damaligen Fußball-Bundesligisten FC St. Pauli und Schalke 04 mit einem Bierbecher den Schiedsrichter-Assistenten verletzt hatte.

“Es war der Fehler seines Lebens“, sagte der vorsitzende Richter Grote und begründete das niedrige Strafmaß auch damit, das jetzt ein “zivilrechtlicher Rattenschwanz“ folge. Der FC St. Pauli hatte nämlich angekündigt, Schadensersatz in Höhe von 400.000 Euro vom Täter einzufordern.

H. will das Urteil nicht akzeptieren. “Wir halten es für falsch und werden Rechtsmittel einlegen“, sagte sein Anwalt Manuel Fumagali. Er fordert einen Freispruch, da nicht endgültig nachgewiesen worden sei, wer den Becher tatsächlich geworfen habe.

Die Partie der vergangenen Bundesligasaison wurde im Millerntorstadion abgebrochen, nachdem Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner kurz vor Schluss mit einem Bierbecher aus dem Publikum beworfen wurde. Schiffner bekräftigte in seiner Aussage am Mittwoch, einen starken Schlag im Nacken gespürt zu haben und erst nach mehr als zwei Wochen wieder komplett schmerzfrei gewesen zu sein.

dapd

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