"Super-Hirn" Özil zündet nächste Stufe

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Mesut Özil wechselte von Schalke über Bremen zu Real Madrid.

Düsseldorf - Mesut Özil war bei seinem Heimspiel in Gelsenkirchen der überragende Mann. Es hagelt Lob von allen Seiten für den Zehner von Real Madrid. Joachim Löw belohnt ihn gleich doppelt.

Erst Zauber-Fußball, dann die doppelte Belohnung: Für Mesut Özil sollte sich die Gala-Vorstellung gegen Österreich gleich in zweifacher Hinsicht auszahlen. Erst durfte der Star von Real Madrid am Samstag Familie und Freunde in Gelsenkirchen besuchen, dann befreite ihn Bundestrainer Joachim Löw sogar noch von der Länderspiel-Reise nach Polen.

Özil konnte so ein entspanntes Wochenende genießen und sich für die kommenden großen Aufgaben bei den "Königlichen" schonen. Nur der Besuch beim 125. Vereinsjubiläum des SV Altendiez, Verein von DFB-Präsident Theo Zwanziger, am Sonntagnachmittag zögerte die Rückkehr nach Spanien noch etwas hinaus.

Özil trat den Flug "sehr zufrieden" an, nachdem er am Freitagabend beim 6:2 wieder seine Extraklasse unter Beweis gestellt hatte. "Er ist ein Ausnahmekönner. Ich bin froh, dass ich mit ihm in einer Mannschaft spielen darf. Er trägt nicht umsonst die Zehn bei Real Madrid", sagte der Leverkusener Andre Schürrle fast schon ehrfürchtig über den gerade einmal zwei Jahre älteren Özil.

Deutschland für EM qualifiziert

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Der gebürtige Gelsenkirchener ist erst 22, aber in seiner Entwicklung schon jetzt auf einer Stufe mit den ganz Großen. In der Form, in der sich der Mittelfeldspieler gegen Österreich und zuletzt auch bei Real präsentierte, muss er sich auch vor einem Messi, einem Xavi oder einem Iniesta nicht verstecken. Längst ist er der Kopf der deutschen Nationalmannschaft und der "Königlichen" - sozusagen das "Super-Hirn".

Doch auch nach der Gala bei seinem Heimspiel in der Arena AufSchalke blieb Özil gewohnt zurückhaltend. Die Fragen nach seiner überragenden Leistung beantwortete er ohne große Gefühlsregung. Seine Emotionen hatte er zuvor auf dem Platz umso mehr ausgelebt.

53.313 Zuschauer sahen begeistert zu, wie Özil vor Spielfreude sprühte und seine Aktionen mit einer unglaublichen Leichtigkeit zelebrierte. "Man hat gemerkt, dass er in seiner alten Heimat brillieren wollte. Er war spiel- und lauffreudig", lobte Teammanager Oliver Bierhoff.

Und Özil war torgefährlich, erzielte diesmal gleich zwei Treffer (23. und 47.) zum zwischenzeitlichen 2:0 und 4:1. "Das freut mich besonders, denn da hat es etwas gehapert bei ihm", sagte Bierhoff. Dass ihm das 1:0 nach einem Volleyschuss nicht auch noch angerechnet wurde, sondern Miroslav Klose, der den Ball noch minimal berührt hatte, spielte für Özil deshalb keine Rolle.

"Das ist unwichtig. Hauptsache, wir haben uns qualifiziert", sagte der 27-malige Nationalspieler und wehrte auch alle Lobeshymnen ab: "Das Lob geht an die Mannschaft. Wir haben gezeigt, dass wir eine Topmannschaft sind, und bewiesen, dass wir auf einem guten Weg sind. Unser Ziel muss es nun sein, den EM-Titel zu holen. Wir wissen, was wir können."

Was er selbst kann, steht außer Zweifel. Selbst der als Jahrhunderttalent gepriesene Mario Götze von Borussia Dortmund muss sich derzeit hinten anstellen. Dass es für ihn so gut läuft, hat für Özil, der zuletzt schon in Spanien überschwängliche Kritiken erhielt, einfache Gründe: "Ich habe hart an mir gearbeitet und das Glück, dass ich bei Real genauso das Vertrauen des Trainers genieße wie bei der Nationalmannschaft."

Doch am Samstag stand bei Özil erst einmal nicht der Fußball im Vordergrund. Er besuchte in Gelsenkirchen seine Eltern. Die hatten schon am Freitagabend wie der Rest der Familie und Freunde auf der Tribüne der Schalke-Arena mitgefiebert. "Alle haben sich mit mir gefreut. Es war ein schönes Gefühl, wieder in der Heimat zu sein. Ich bin sehr glücklich", sagte Özil und lächelte dabei sogar ein bisschen.

sid

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