Mertesacker-Wechsel perfekt

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Per Mertesacker im DFB-Training am Mittwoch

Bremen - Nationalspieler Per Mertesacker verlässt die Bundesliga und verdient sein - üppiges - Geld in Zukunft in der britischen Hauptstadt bei Arsenal London.

Der 27-Jährige unterschrieb bei den “Gunners“ einen Vier-Jahres-Vertrag, als Ablöse sollen rund zehn Millionen Euro nach Bremen fließen.

“Ich hatte beim SV Werder eine tolle Zeit und habe dem Verein sehr viel zu verdanken“, erklärte Mertesacker. “Mit dem Wechsel nach London geht für mich der Wunsch in Erfüllung, einen weiteren Schritt in meiner Karriere zu machen. Die englische Premier League hat für mich schon immer eine reizvolle Herausforderung dargestellt.“ Werder-Cheftrainer Thomas Schaaf sagte: “Einerseits sind wir traurig, weil wir mit Per noch viel erreichen wollten. Andererseits wissen wir, wie sehr ihn die englische Liga reizt. Wir hatten eine tolle Zusammenarbeit und wünschen Per bei Arsenal alles Gute.“

Werders Vorstandschef Klaus Allofs hatte bereits am Dienstag die Einigung unter den Vereinen bestätigt. Mertesacker stand auch rechtzeitig bis 12.00 Uhr auf der aktualisierten Transferliste. Warum es dennoch mit der Unterschrift so lange dauerte, blieb zunächst unklar. Über ein Jahresgehalt von vier Millionen Euro wurde zuletzt spekuliert.

Bremer Spieler nicht begeistert

“Für Werder Bremen tut es mir leid. Er war für Werder ein Gesicht, er war jemand, der die Mannschaft geprägt und ihr auch Halt gegeben hat“, sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff im Trainingslager in Düsseldorf. Die Bremer Ex-Kollegen waren jedenfalls nicht begeistert über den Verlust ihres langjährigen Führungsspielers. Sebastian Prödl sagte der “Syker Kreiszeitung“: “Das ist sportlich wie menschlich ein großer Verlust.“ Der Brasilianer Naldo gab zu: “Ich bin sehr traurig.“

Angesichts der leeren Kasse in Bremen, das dieses Jahr auf die Einnahmen aus dem Europacup verzichten muss, war der Transfer wohl zwingend. Mittelfeldspieler Clemens Fritz, der in Bremen als Kapitän nachrückt, hält den Verkauf deshalb für “wirtschaftlich sicherlich nachvollziehbar“. Der 75-malige Nationalspieler spielt pikanterweise mit Arsenal in der Champions League gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund.

Der Abwehrspieler war am Dienstag mit Einverständnis von Bundestrainer Joachim Löw nach London gereist, um seine persönlichen Dinge zu klären und die medizinische Untersuchung zu bestehen. Mertesacker litt seit Anfang Mai unter einen Fersenverletzung und hatte in der Vergangenheit einen Bänderriss und Meniskusschaden erlitten.

Bundesliga verliert immer mehr Top-Spieler

Mertesacker hatte in der Vergangenheit kein Geheimnis daraus gemacht, dass ihn ein Engagement vor allem in England reizen würde. Der Abiturient blickte stets über den Fußball-Tellerrand hinaus. “Man hat bei ihm den Eindruck bekommen, dass er neue Eindrücke sammeln will“, sagte Bierhoff, “für Per ist es eine Auszeichnung, bei einem der europäischen Topklubs Erfahrung sammeln zu können.“

Nach Sami Khedira und Mesut Özil (beide Real Madrid) spielt damit bereits der dritte aktuelle Nationalspieler und WM-Dritte in einer ausländischen Spitzenliga. Bundesligaspieler sind nach den Erfolgen der Klubs in der UEFA-Fünf-Jahres-Wertung und der DFB-Auswahl wieder zunehmend gefragt. Eine konkrete Anfrage von Arsenal gab es ja auch für Dortmunds Jungstar Mario Götze, Nuri Sahin ging nach Madrid.

“Für die Bundesliga tut es mir ein bisschen leid, aber wir haben noch genug andere interessante Spieler“, sagte Bierhoff, “im Grunde genommen schon die attraktivste Liga in Europa.“

dapd

 

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