Mertesacker: "Es ist wie am ersten Schultag"

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Per Mertesacker ist in der Nationalelf nicht gesetzt

Danzig - Per Mertesacker genießt einen “Turnier-Bonus“ bei Bundestrainer Jogi Löw. Ein Freifahrtschein für einen EM-Stammplatz ist das aber nicht. Doch zunächst möchte er sich ohnehin  der Herausforderung FC Arsenal stellen.

Die bewegten Tage gehen für Per Mertesacker auch nach dem missglückten Länderspiel-Comeback weiter. Doch mit dem 2:2 in Polen konnte sich der Abwehrchef der Fußball-Nationalmannschaft nicht lange aufhalten. Nach der Rückreise aus Danzig wollte er sich am Mittwoch unbedingt noch in Bremen bei “einzelnen Personen verabschieden, denen ich viel zu verdanken habe“.

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Am Donnerstag tritt er dann in London seinen Dienst beim FC Arsenal an. “Es ist spannend. Es ist eine neue Lebensphase, in der ich mich befinde. Ich verspüre große Vorfreude, aber auch Nervosität. Es ist wie vor dem ersten Schultag“, berichtete der 26-Jährige.

Sein 76. Länderspiel war auch aufregend, es war immerhin sein erstes seit dem 4:0 um EM-Qualifikationspunkte gegen Kasachstan Ende März. “Es ist schön, wieder Teil der Mannschaft zu sein.“ Eine souveräne Rückkehr als Abwehrchef war es nicht. Mertesacker agierte bisweilen orientierungslos, die Dynamik fehlte und die Abstimmung mit Nebenmann Jérome Boateng klappte beim ersten Versuch nicht. “Die Innenverteidiger haben auch jeweils den einen oder anderen Fehler gemacht, das schon. Aber einige von den Chancen sind nicht durch die Innenverteidiger entstanden“, urteilte Joachim Löw nachsichtig.

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Beim Bundestrainer steht Mertesacker weiter hoch im Kurs. Er schätzt den Neu-Londoner “enorm“. Und er genießt “den Bonus von drei Turnieren“. Ob Hummels, Badstuber, Boateng oder Höwedes - diese Turniererfahrung als Innenverteidiger kann keiner der Konkurrenten vorweisen. Trotzdem hat auch Mertesacker registriert, dass Mats Hummels und Holger Badstuber zuletzt als Deckungs-Pärchen punkten konnten. “Keiner hat einen sicheren Platz“, erklärte Mertesacker. Er spricht selbst von einem “offenen Rennen“ Richtung EM. “Wir sind in der Innenverteidigung für nächstes Jahr gut besetzt. Wir haben vier, fünf Spitzenleute.“

Es werde eine “interessante Saison, nicht nur im Verein, auch in der Nationalmannschaft“, meinte Mertesacker. Aber erst einmal gilt alle Konzentration “der neuen Herausforderung“ bei Arsenal. “Neues Land, neue Spielweise, andere Sprache. Dem möchte ich mich stellen.“

Schon am Samstag könnte der Zehn-Millionen-Euro-Neuzugang in England im Heimspiel gegen Aufsteiger Swansea City sein Debüt in der Premier League feiern. Danach kehrt Mertesacker gleich wieder nach Deutschland zurück - als Champions-League-Gegner von Borussia Dortmund.

dpa

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