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Merkel freut sich über deutsches Finale

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Angela Merkel

  Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Freude auf den Einzug von Borussia Dortmund und Bayern München ins Finale der Champions League reagiert.

Angela Merkel, bekanntlich sehr gewandt in der Bedienung eines Mobiltelefons, reagierte auch diesmal schnell. „Ich freue mich. Denn eines ist sicher: Deutschland gewinnt“, postete die Bundeskanzlerin via Handy auf ihrer Seite bei Facebook - knapp eine Stunde, nachdem der FC Bayern mit einem 3:0 beim FC Barcelona dafür gesorgt hatte, dass das Endspiel der Champions League am 25. Mai in Wembley ein deutsches sein wird - eben „Made in Germany“, wie der kicker titelte.

Borussia Dortmund gegen den FC Bayern - Real Madrid und der FC Barcelona im Halbfinale besiegt: Die Kanzlerin freut sich, deutsche Prominenz ist begeistert - und die Welt staunt. „Deutsch-deutsches Finale in der CL! Ich dreh durch. Weltklasse. Fiiinaaaale oh oh“, twitterte Dirk Nowitzki nach dem Spielschluss in Barcelona. Am Tag danach stellte die französische Sportzeitung L'Equipe die wichtigste Frage an die Fußball-Welt: „Sprechen sie Deutsch?“ Der englische Guardian hält den deutschen Fußball für „das nächste große Ding“.

Für einige Experten ist die Entwicklung der vergangenen Wochen ein schweres Erdbeben mit tektonischen Verschiebungen. „Wir sehen den Beginn des Endes einer Ära für Barca, und das Ende des Beginns einer Ära für Bayern“, behauptete Gary Linker, WM-Torschützenkönig 1986, Engländer und jener Mann, der behauptet, dass beim Fußball am Ende immer die Deutschen gewinnen. Mit letzterer Aussage wird er am 25. Mai recht behalten. Linekers Landsmann Michael Owen twitterte: „Wow. Eine Verschiebung der Macht im Fußball.“

Auch Ottmar Hitzfeld, als Trainer Champions-League-Sieger mit Dortmund (1997) und dem FC Bayern (2001), hält „die Wachablösung im europäischen Vereinsfußball (für) vollzogen“. Die klaren Siege des FC Bayern gegen Barcelona seien „ein Signal dafür“, behauptet er in seiner Kolumne für den kicker: „Die deutschen Mannschaften haben den spanischen den Rang abgelaufen“, schreibt er weiter und versichert, die Konstellation mit zwei Bundesligisten im Finale der Champions League sei „keine Momentaufnahme, sondern ein Trend“.

Widerspruch kommt aus Spanien, aus der Zentrale des bisherigen und allseits anerkannten Königshauses im Weltfußball. Er müsse dem FC Bayern und Borussia Dortmund zum deutschen Endspiel gratulieren, sagte Tito Vilanova, Trainer des FC Barcelona. Er sagte aber auch: „Ich denke, sowohl Real Madrid als auch wir haben normalerweise die Voraussetzungen, mit Dortmund und Bayern mitzuhalten. Doch in diesem Halbfinale sind die Deutschen über sich hinausgewachsen, sie haben großartige Spiele gemacht.“

Und während Hitzfeld prophezeiht, der FC Bayern werde seinen Vorsprung auf Barcelona in den kommenden Jahren noch vergrößern, da erheben ausgerechnet in München die ersten mahnend die Stimme. „Das kann aber nächstes Jahr oder in zwei Jahren schon wieder ganz anders sein“, sagt Thomas Müller. Und was den FC Bayern angeht, gibt Sportvorstand Matthias Sammer in seiner Rolle als personifizierter erhobener Zeigefinger zu bedenken: Eine Wachablösung werde „nicht ohne internationalen Titel“ vollzogen.

Den internationalen Titel wird es geben, so oder so, auch wenn der FC Bayern als Bezwinger der Ausnahmemannschaft Barcelona in den europäischen Medien beinahe als Einzelgänger wahrgenommen wird. Weg vom FC Bayern und hin zum deutschen Fußball und damit auch Dortmund wendete sich aber auch Sammer. Er sagte: „Was mich für den deutschen Fußball freut: Dass die ganzen Maßnahmen seit 2000, die ganze Arbeit sich wieder mal mit einem großen Titel auszahlen wird. Es wird eine deutsche Mannschaft sein (die die Champions League gewinnt, d.Red.). Das ist toll für den deutschen Fußball.“

Die Kanzlerin freut das selbstverständlich, und jenseits von Deutschland ist die Anerkennung groß. Der Respekt klingt bisweilen aber auch wie ein entnervtes Aufstöhnen, etwa im englischen Blatt The Sun: „Wie sie im Vaterland sagen: Deutschland über alles.“

sid

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