Dortmund will Entscheidung hinauszögern

Meisterschale beim BVB bereits abgeholt

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Jürgen Klopp (l.) mit Hans-Joachim Watzke und der Schale

Dortmund - Borussia Dortmund ist seine Meisterschale bereits los - sie wurde schon abgeholt. Jürgen Klopp will dem FC Bayern gratulieren, allerdings noch nicht am Samstagabend.

Ein Szenario möchte Jürgen Klopp verhindern: Bayern München am Samstag gegen 20.20 Uhr als Oster-Meister feiern zu sehen. „Wenn es was zu gratulieren gibt, werde ich das von Herzen tun, weil sie eine grandiose Saison gespielt haben. Aber mir wäre es sehr recht, wenn es nicht am Samstag wäre“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund. Aber um das zu verhindern, bedarf es eines Sieges zuvor (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) beim Angstgegner VfB Stuttgart.

Vor der drohenden Titel-Entthronung in seiner Geburtsstadt gibt sich Klopp gelassen. „Wenn es so sein sollte, wäre das einzige Problem, dass wir nicht gewonnen hätten“, sagte der Trainer des noch amtierenden deutschen Fußball-Meisters vor der Partie beim VfB Stuttgart am Samstag.

Die Situation ist klar: Gewinnen die Bayern ihr Heimspiel (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) gegen den Hamburger SV und lässt der BVB zuvor Punkte in Stuttgart liegen, dann sind die Münchner bereits nach dem 27. Spieltag zum 23. Mal in ihrer Vereinsgeschichte deutscher Meister.

Die begehrte Meisterschale wurde angesichts des 20-Punkte-Vorsprungs der Bayern bereits in Dortmund abgeholt. Zwei Jahre stand die „Salatschüssel“ dort in der Vitrine, in der laufenden Saison direkt neben dem DFB-Pokal. Beide Trophäen haben die Westfalen in diesem Jahr bereits verspielt. Was bleibt, ist eine Außenseiter-Chance auf den ganz großen Silberpokal für den Sieger der Champions League.

Schwer dürfte es für Klopp werden, seine Mannschaft mit Blick auf das Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) beim FC Malaga auf Stuttgart einzustimmen. Der BVB-Coach lässt deshalb keine Chance ungenutzt, um von seiner Truppe in seiner Geburtsstadt drei Punkte zu fordern - allein um Platz zwei vor Bayer Leverkusen zu festigen.

Immerhin kam der BVB in den letzten vier Spielen gegen den VfB jeweils über ein Remis nicht hinaus. Überhaupt gelangen Klopp in seinen insgesamt 15 Duellen mit den Schwaben nur zwei Siege. „Vielleicht haben sie sich gedacht: Der ist hier geboren, mehr zu gewinnen gibt es hier nicht für ihn“, scherzte Klopp bei der Pressekonferenz am Donnerstag: „Mit meiner Verwandtschaft ist geklärt, dass sie auch noch bei einem BVB-Sieg verwandt mit mir wären.“ Klopp weiter: „Es scheint, als würden sich die Stuttgarter immer gegen den BVB hochziehen.“

Klopp erwartet ein enges Spiel. Ohnehin begann die Woche mit einer Hiobsbotschaft. Jakub Blaszczykowski kehrte von Polens Nationalteam mit einer Zerrung im Adduktorenbereich zurück, zudem fehlt weiterhin Nationalspieler Mats Hummels (Bänderverletzung am Sprunggelenk). Für den Innenverteidiger komme Stuttgart und auch Malaga noch zu früh, erklärte Klopp und ergänzte: „Mit den kleineren personellen Problemen, die wir haben, werden wir umgehen können, wenn keine weiteren auf uns zukommen.“

Höchstwahrscheinlich wird der hochmotivierte Kevin Großkreutz im Mittelfeld auflaufen. Seine Kollegen Mario Götze, Marco Reus und Ilkay Gündogan kehrten mit breiter Brust als Torschützen vom WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan (4:1) zurück. „Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten ein bisschen früher runtergedurft. Wo Schürrle und Podolski draußen saßen, habe ich gedacht, es wäre doch auch nicht schlimm, wenn man wechselt, aber das ist ja kein Wunschkonzert. Ich wechsel“ ja auch nicht so früh„, so Klopp.

In Dortmund haben sie sich bereits gedanklich mit dem Abschied von der Meisterschale abgefunden und basteln an einem Team, das den Bayern in der nächsten Spielzeit wieder deutlicher Paroli bieten soll. Nach Informationen des Fachmagazins kicker plant Sportdirektor Michael Zorc, den Vertrag mit Gündogan vorzeitig um zwei Jahre bis 2017 zu verlängern. Auch die Spekulationen um das Interesse des FC Barcelona an dem Mittelfeldakteur sowie an Hummels registrieren die BVB-Verantwortlichen gelassen und entspannt.

sid/dpa

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