VfL Wolfsburg schwenkt um

Statt Schuster könnte es Hecking machen

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Trainiert Dieter Hecking bald nicht mehr den 1. FC Nürnberg, sondern die Wölfe aus Wolfsburg?

Wolfsburg - Die große Lösung scheint vom Tisch, stattdessen könnte Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg auf seiner Trainersuche erneut bei einem Konkurrenten wildern.

Nachdem die Verhandlungen mit dem früheren Madrider Meistercoach Bernd Schuster anscheinend ins Stocken geraten sind, wollen die „Wölfe“ nun Dieter Hecking in die Autostadt locken. Hecking hat beim 1. FC Nürnberg noch einen Vertrag bis 2014, soll aber eine Ausstiegsklausel besitzen.

„Es gab zielführende Gespräche, die wir nun fortsetzen werden. Ich bin sehr zuversichtlich“, sagte Hecking am Samstag dem kicker. Zuvor hatte Nürnbergs Manager Martin Bader bestätigt, dass Wolfsburg und Hecking bezüglich eines Wechsels an in heran getreten seien. „Ich werde um Hecking kämpfen und alles versuchen, um ihn zum Bleiben zu überreden“, sagte Bader dem kicker. Der Nachrichtenagentur dpa sagte er zudem: "Wir hoffen, dass er sich für uns entscheidet. Das ist mein großer Wunsch, dass ich Dieter Hecking überzeugen kann, weiter in Nürnberg zu bleiben." Hecking, der als grundsolider Arbeiter gilt, ist seit 2009 Trainer in Nürnberg, wo er trotz bescheidener Mittel beachtliche Resultate erzielte.

FCN liegt einen Platz und einen Punkt vor dem VfL

Wolfsburg steht damit vor der nächsten kostspieligen Verpflichtung eines hochrangigen Angestellten von einem Liga-Konkurrenten: Nach der Entlassung des allmächtigen Felix Magath war Manager Allofs erst im November von Werder Bremen losgeeist worden. Im Falle Hecking ist die sportliche Konkurrenzsituation aber noch pikanter: Nürnberg liegt genau einen Platz und einen Punkt vor dem VfL.

Zuletzt galt in Wolfsburg die Verpflichtung von Ex-Nationalspieler Schuster als nahezu perfekt, die Vorstellung des 53-Jährigen war eigentlich für Freitag erwartet worden. Nach Informationen der Bild war sich Schuster mit dem VfL über einen Vertrag bis 2014 mit Option über ein weiteres Jahr einig, die abschließenden Verhandlungen sollen dann aber wegen Forderungen des „blonden Engels“ bezüglich Prämien und Assistenten ins Stocken geraten sein.

„Wir machen nur das, was wir auch verantworten können“, hatte Allofs gesagt. Das Gesamtpaket Hecking dürfte aber nur unwesentlich billiger werden: Für den erfahrenen Übungsleiter dürfte eine Ablösesumme im siebenstelligen Bereich fällig werden, zumal wird der 48-Jährige sein Gehalt wohl verdoppeln - in Nürnberg soll Hecking rund 900.000 Euro verdienen. Geld ist allerdings nicht der einzige Anreiz für den gebürtigen Castrop-Rauxeler: Heckings Familie lebt in der Nähe von Wolfsburg.

Am Samstag war Hecking seit genau drei Jahren als Nürnberger Trainer im Amt. „Es war bisher eine intensive Zeit, die fast nur erfolgreich verlief. Das spricht für die gute Zusammenarbeit mit allen Kollegen“, hatte er im September anlässlich seines 1000. Tages im Amt gesagt. In 112 Bundesliga-Spielen saß er beim „Club“ auf der Trainerbank - das Erreichen des Vereinsrekords von Heinz Höher (119) steht nun in Frage.

Auch Arnautovic nach Wolfsburg?

Unterdessen könnte Allofs im Sommer den ersten Spieler von seinem Ex-Klub zu den „Wölfen“ locken. Nach Informationen der Wolfsburger Nachrichten steht Bremens österreichischer Nationalspieler Marko Arnautovic von Werder Bremen steht auf dem Wunschzettel des VfL. Der exzentrische Angreifer besitzt an der Weser einen Vertrag bis 2014. Dies aber sollte für die Wolfsburger kein großes Hindernis sein. 

 

SID

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