Motzki teilt an seinem Geburstag aus

Sammer kontert Dauer-Debatte: "Totaler Mist!"

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Matthias Sammer ist an seinem Geburtstag genervt und teilt aus.

München - Auch an seinem 45. Geburtstag ärgert sich Matthias Sammer über Mutmaßungen, er säge beim FC Bayern am Stuhl von Jupp Heynckes. Besonders über Oliver Kahn echauffiert sich der Sportdirektor.

Matthias Sammer ist genervt. Und das schon seit Tagen, ja, seit Wochen. Wer es wagt, den Sportvorstand von Bayern München auf sein angeblich angespanntes Verhältnis zu Trainer Jupp Heynckes anzusprechen, muss mit einer Reaktion aus der Abteilung „Motzki“ rechnen. „Totaler Mist“ werde da derzeit über die Medien kommuniziert, zeterte er am vergangenen Wochenende bei Sky. Jetzt legte er in der Bild-Zeitung nach, attackierte Bayern-Idol Oliver Kahn. Sammers Ankündigung, mit Heynckes vielleicht sogar über das Jahr 2014 hinaus zusammenzuarbeiten, ging da fast unter.

Verschiedene Medien, aber auch ehemalige Profis wie Kahn oder Funktionäre wie Frankfurts Heribert Bruchhagen versuchten, „unser gutes Verhältnis zu beschädigen. Da werden ungeheuerliche Dinge konstruiert, was mich sehr traurig macht“, sagte Sammer. Kahns Aussage, er wirke wie ein zweiter Coach, mache ihn sauer: „Weil ich ihm schon tausend Mal persönlich erklärt habe, wie ich die Rolle eines Sportdirektors und die Rolle eines Trainers sehe.“ Der frühere Nationaltorhüter kritisiere „oberflächlich“ und dürfe sich so etwas nicht erlauben. „Das enttäuscht mich sehr“, sagte Sammer.

Die Beziehung zwischen Heynckes und Sammer, der erst im Sommer überraschend vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) an die Isar wechselte, beschäftigt die Münchner Medien von Sammers erstem Arbeitstag an. Der Boulevard delektierte sich an Sammers emotionalen Auftritten bei den ersten Bayern-Spielen - wie ein Trainer, hieß es bald. Dass der frühere Dortmunder Meister-Coach Heynckes täglich über die Schulter schaut, wurde als Misstrauensvotum gegen den Trainer gewertet, der nach Meinung eines Blattes „an Weihnachten“ ohnehin weg sei. Sammer, so wurde impliziert, stünde dann als Nachfolger bereit.

Heynckes wie Sammer sehen sich bei diesem Thema seit Wochen zu den immer gleichen Verlautbarungen gezwungen. „Wir harmonieren gut“, heißt es da (Heynckes), oder „zwischen uns passt absolut kein Blatt“ (Sammer). Heynckes sah sich in der Vorbereitung genötigt, sein Aufgabengebiet klar von dem Sammers abzugrenzen, „weil wieder was aus dem Zusammenhang gerissen worden war“. Die Zusammenarbeit, sagt Heynckes seither immer wieder, „ist klasse“. Und Sammer versichert Heynckes bei jeder Gelegenheit seine „totale Loyalität“.

Das tat er nun, übrigens an seinem 45. Geburtstag, erneut. Und er versuchte wieder einmal, die von Heynckes selbst angestoßene Debatte um dessen Nachfolger zu verschieben. „Warum sollten wir uns jetzt darauf festlegen, dass kommende Saison Schluss ist?“, sagte Sammer. Wohl wissend, dass Heynckes seinen Abschied mit Vertragsende 2013 vor zweieinhalb Wochen in einem Interview vorweggenommen hatte. „Ich rede mit ihm auch über Dinge nach 2013, nach 2014. Ich will den Trainer begeistern. Was soll der denn zu Hause?“, ergänzte Sammer.

Heynckes entscheide höchstselbst über seine Zukunft, betonte der Sportvorstand. Sollte er 2013 mit dann 68 tatsächlich in Rente gehen wollen, werde Heynckes „selbstverständlich“ in die Suche nach seinem Nachfolger eingebunden, sagte Sammer. „Wir müssten doch geradezu hirnverbrannt sein, wenn wir ihn außen vor ließen.“ Hirnverbrannt - das ist aus Sammers Sicht diese ganze Diskussion.

sid

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