Interview nach Hecking-Abgang

Bader: "Man lernt im Fußball nie aus"

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Martin Bader sucht nach einem neuen Trainer.

Nürnberg - Martin Bader erwarten turbulente Tage. Anstatt gemütlich Weihnachten zu feiern, muss er sich nach einem Nachfolger für Dieter Hecking umschauen. Das Interview mit dem Club-Macher.

„Martin Bader, Weihnachten steht der 1. FC Nürnberg ohne Trainer da. Versaut Ihnen der Abschied von Dieter Hecking das Fest?“

Martin Bader (Sportdirektor 1. FC Nürnberg): „Sagen wir so: Es hat sich dadurch mehr Arbeit aufgestaut. Alle Verwandten bekommen in diesem Jahr nur Gutscheine statt wirklicher Geschenke.“

„Warum ist es Ihnen nicht gelungen, Dieter Hecking zu halten?“

Bader: „Ich habe mich zwei Tage lang bemüht, ihn zu überzeugen, bis zum Saisonende zu bleiben. Er hat gesagt, dass er es anders machen will.“

„Welche Argumente haben sie vorgebracht? Gab es auch noch mal den Versuch eines Weihnachtsgeschenks?“

Bader: „Natürlich haben wir es nicht nur mit Worten versucht. Wir haben emotional eine Brücke für ihn gebaut, er wird hier immer mit dieser Zeit in Verbindung gebracht werden. Ich habe auch eine Vertragsverlängerung angeboten, wie ich es auch in schwierigeren Zeiten getan hatte. Ich habe jedoch schnell gemerkt, dass es keinen Sinn hat.“

„Es ist eine neue Qualität, dass nicht nur Spieler, sondern auch Offizielle mitten in der Saison weggelockt werden. Wenn der Tabellen-15. den Trainer des Tabellen-14. aus einem Vertrag kauft, ist das auch eine Stilfrage. Wie sehen Sie das?“

Bader: „Ist das eine neue Qualität? Oder ist das nur ein Teil unseres Fußball-Geschäfts? Jedenfalls bin ich wegen der Art und Weise nicht enttäuscht. Ich bin nur enttäuscht, dass wir ihn nicht halten konnten. Wir werden jetzt keine moralische Keule schwingen. Man lernt im Fußball nie aus, und das war mal ein neuer Aspekt.“

„Wie hart trifft den 1. FC Nürnberg dieser Schlag?“

Bader: „Wir sind nicht zerrüttet, Dieter Hecking hinterlässt keinen Scherbenhaufen. Das wäre ganz anders, wenn wir nur 12 Punkte hätten und uns zerfleischen würden. Er hat es nicht so gesehen, dass es etwas Besonderes ist, für den Club zu arbeiten. Doch auch der FCN muss seine Daseinsberechtigung im deutschen Profifußball haben, auch wenn wir mit den Hoffenheims und Wolfsburgs nicht mithalten können.“

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„Wie geht es nun weiter? Rückt Michael Wiesinger von der U23 zum Cheftrainer auf?“

Bader: „Wir haben gute Alternativen. Ich bin auch sehr froh, dass Co-Trainer Armin Reutershahn bei uns bleibt. Dazu wird sich ein anderer gesellen, entweder von außen oder intern. Da lege ich mich noch nicht fest.“

SID

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