Mandzukic haut Trapattoni um

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Mario Mandzukic hat Giovanni Trapattoni aus Versehen umgecheckt.

Posen - Der unbeabsichtigte Bodycheck gegen Giovanni Trapattoni ließ Mario Mandzukic auch nach Mitternacht noch keine Ruhe. In Wolfsburg hat er ganz andere Probleme.

„Ich habe mich gleich entschuldigt und ihm die Hand gegeben. Ihm ist zum Glück nichts passiert“, sagte der Torjäger der kroatischen Nationalmannschaft, der sein Team kurz zuvor mit zwei Treffern zum 3:1 (2:1) im ersten EM-Spiel gegen Irland geschossen hatte.

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Die körperlichen Schmerzen nach dem unglücklichen Zusammenprall neben der Seitenlinie, der den Trainer der Iren während der ersten Hälfte kurz zu Boden gezwungen hatte, steckte Trapattoni nach einer kleinen Verschnaufpause mit einem Lächeln weg. Doch was Mandzukic seiner Mannschaft angetan hatte, war für den ältesten Trainer der EM-Geschichte nicht so leicht zu verkraften: Der Stürmer des VfL Wolfsburg sorgte mit seinen Kopfballtreffern (3. und 48.) fast im Alleingang dafür, dass die Auswahl von der Grünen Insel das Turnier fast schon abhaken kann.

Mandzukic war das allerdings völlig egal. „Ich freue mich, dass ich so viele Leute in Kroatien glücklich machen konnte. Das macht mich stolz“, äußerte der sagte der 26-Jährige, der nach der Partie von der serbischen Stürmer-Ikone Pedrag Mijatovic als Mann des Spiels ausgezeichnet wurde.

Stolz war ganz sicher auch Vater Mandzukic. Immerhin war der Sohn vor 39.550 Zuschauern im ausverkauften städtischen Stadion in Posen endlich der Aufforderung seines alten Herren nachgekommen. „Mein Vater hat zu mir gesagt, ich soll doch mal mit dem Kopf treffen - das habe ich nun gemacht“, sagte der Angreifer mit einem Grinsen im Gesicht.

Gut lachen hatte auch der kroatische Trainer Slaven Bilic, als er auf seinen Stürmer angesprochen wurde. „Mario ist Extraklasse“, erklärte der frühere Bundesligaprofi: „Er hat sich nach Anfangsschwierigkeiten toll in Wolfsburg entwickelt. Er hat Wolfsburg in der vorletzten Saison mit seinen Toren in der Bundesliga gehalten. Und in der abgelaufenen Spielzeit war er der beste Spieler beim VfL.“

Wolfsburgs Trainer und Manager Felix Magath sieht das allerdings anders. Obwohl Mandzukic noch bis 2014 bei den Niedersachsen unter Vertrag steht, soll er den Klub in diesem Sommer verlassen. Während Mandzukic zu seiner Zukunft nichts sagen wollte, warteten die kroatischen Zeitungen am Montag mit viel Häme für Magath auf. „Auf den Flügeln von Mandzukic gleitet Kroatien zu einem klaren Sieg gegen Irland“, schrieb Slobodna Dalmacija: „Vielleicht musste sich Felix Magath vor dem Fernseher die Brille putzen.“

Den nötigen Durchblick brauchen aber zunächst einmal die italienischen Verteidiger, wenn sie Mandzukic im nächsten Spiel der Gruppe C am Donnerstag in Posen (18.00 Uhr/ARD) stoppen wollen. Der selbstbewusste Mandzukic sieht für die Catenaccio-Künstler allerdings schwarz: „Wenn wir so spielen wie gegen die Iren, brauchen wir keine Angst zu haben. Dann können wir gegen alle gewinnen.“

So sieht es auch Mandzukics kongenialer Teamkollege Luka Modric. „Das war eine der besten Leistungen der vergangenen Jahre. Das war die Nationalelf, wie wir sie uns alle wünschen. So können wir gegen jeden Gegner bestehen“, sagte der Spielmacher von Tottenham Hotspur, dem ein Angebot von Manchester United vorliegen soll. Noch deutlicher wurde Bilic. „Wir werden gegen Italien noch besser sein. Die Italiener und auch die Spanier werden große Probleme mit uns bekommen“, tönte der Coach, der nach der Endrunde zu Lokomotive Moskau wechseln wird: „Wir haben von dieser Ausgangsposition geträumt. Wir haben zwei Matchbälle zum Einzug ins Viertelfinale. Einen davon wollen wir verwandeln.“

sid

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