Marin-Wechsel sorgt für Staunen

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Marko Marin

Wolfsburg - Der Wechsel von Marko Marin vom Werder Bremen zum FC Chelsea überraschte am Samstag die Bundesliga.

Von der Ersatzbank von Werder Bremen zum Champions-League-Finalisten an die Stamford Bridge: Für Bremens Fußball-Nationalspieler Marko Marin ist am Samstag durch den Transfer zum Roman-Abramowitsch-Klub FC Chelsea ab der kommenden Saison ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Für geschätzt sieben Millionen Euro Ablöse wechselt der 23-Jährige nach London.

„Chelsea ist mein Traumverein. Ich bin glücklich darüber, dass ich die Chance bekomme. Es ist eine Herausforderung für mich“, sagte Marin Sport Bild online. Ansonsten überwog bei den Beobachtern allerdings eher die Skepsis, ob sich Marin im Starensemble der Blues durchsetzen kann. „Marin spielt nächste Saison in Chelsea. Ein großartiger uns sehr schneller Flügelstürmer“, twitterte der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker. Jetzt muss es Marin in London nur noch beweisen.

Als Klaus Allofs am Samstag bereits vor der Begegnung beim VfL Wolfsburg in der Mixed-Zone vor die versammelten Journalisten trat, war klar, dass etwas Ungewöhnliches passiert sein musste. „Ich komme mir vor, als wäre das Spiel schon vorbei“, sagte der Werder-Geschäftsführer im Scherz. Der Klub-Chef bestätigte den Marin-Transfercoup, der alle überraschte.

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Chelsea ist immerhin ein europäischer Topklub, Gegner Bayern Münchens am 19. Mai im Finale der Champions League und einer der „Big Four“ des englischen Fußballs. Und Marin? Der hatte zuletzt in Bremen alles andere als überzeugt und war nicht mehr über die Rolle eines Ergänzungsspielers herausgekommen. Auch in den Planungen von Bundestrainer Joachim Löw für die EM in Polen und der Ukraine spielt der 23-Jährige derzeit keine Rolle. Sein letztes Länderspiel absolvierte er am 17. November 2010 beim 0:0 in Schweden.

„Sicherlich haben finanzielle Erwägungen in unserer Situation eine Rolle gespielt“ sagte Allofs: „Ein Grund ist aber auch unsere sportliche Entwicklung. Wir können jetzt etwas anderes machen.“ Vor allem finanziell. Allofs hatte 8,5 Millionen Euro im Sommer 2009 an Borussia Mönchengladbach überwiesen, als Marin von den „Fohlen“ an die Weser gewechselt war.

Bei seinem Wechsel nach Bremen war Marin einer der begehrtesten deutschen Spieler gewesen. Und die Hanseaten wollten mit der Investition seinen erfolgreichen Weg weitergehen. Doch Marin erfüllte die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht. In 87 Bundesligaeinsätzen für die Grün-Weißen erzielte er acht Tore, zog durch seine angebliche Fallsucht auch viel Kritik auf sich. Seine Leistung stagnierte, Marin droht das Prädikat „ewiges Talent“ verliehen zu bekommen.

„Er ist in eine Zeit des Umbruchs hineingekommen. Die Gesamtsituation bei Werder Bremen hat es für ihn nicht einfacher gemacht“, sagte Allofs. Doch der Wechsel Marins steht eigentlich nur sinnbildlich für die schwierige Situation, vor der die Bremer stehen. Tim Wieses Abgang steht bereits fest, auch Claudio Pizarro und Innenverteidiger Naldo könnten noch gehen. Der Verein steht vor einem großen Umbruch. Sicherlich auch kein Zufall, dass vor allem die Großverdiener und Symbolfiguren der vergangenen erfolgreichen Zeit derzeit den Verein verlassen. Vielleicht auch verlassen müssen.

sid

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