ManU erstmals an der Spitze - Arsenal kriselt

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Sir Alex Ferguson (Archivfoto)

Manchester - Der FC Arsenal hat den schlechtesten Saisonstart seit 1994/95 hingelegt. Manchester United thront dagegen erstmals an der Spitze.

Alex Ferguson wirkte noch angefressener als sein alter Rivale Arsène Wenger. Dabei hat der Trainer-Perfektionist erstmals in dieser Saison mit Manchester United die Tabellenspitze erobert - und Luxusprobleme im Vergleich zum Arsenal-Coach. „Wir hätten fünf, sechs oder noch mehr Tore schießen können“, schimpfte „Fergie“ nach dem 2:1 (1:0)-Heimsieg gegen die Gunners. Wenger beschwichtigte nach dem schlechtesten Saisonstart in seiner seit 1996 dauernden Ära: „Wir waren schon früher mal in sehr schwierigen Situationen.“ Derweil grantelte Sir Alex über Wayne Rooneys verschossenen Handelfmeter (45. Minute). „Nächste Woche schieße ich den lieber selbst“, sagte der frühere Angreifer - ohne zu lächeln.

Arsenal, das seit 2006 auf einen Sieg in Old Trafford wartet, war am Samstag keine ernstzunehmende Konkurrenz. Zwar fiel die Pleite nicht so niederschmetternd aus wie beim 2:8 in der Vorsaison, aber die Gunners waren bei der Generalprobe für das Champions-League-Spiel beim FC Schalke 04 am Dienstag erschreckend schwach. Die mitgereisten Anhänger - „Gooners“ genannt - sangen: „Wir wollen unser Arsenal zurück“. Den Spott der eigenen Fans zog besonders der Brasilianer André Santos auf sich, der sich schon zur Halbzeit das Trikot von Ex-Mitspieler Robin van Persie sicherte.

Sir Alex Ferguson: Seine besten Sprüche

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Diesem muss das Spiel vor Augen geführt haben: Sein Wechsel zum Rekordmeister nach acht Jahren bei Arsenal war goldrichtig. Der Torschützenkönig der Vorsaison will Titel - und die scheinen für die seit sieben Jahren titellosen Nord-Londoner außer Reichweite. Ausgerechnet van Persie ebnete mit der frühen Führung (3.) - seinem achten Saisontor - den Weg zum Sieg. Er jubelte „aus Respekt“ vor dem Ex-Club nicht. Uniteds anderer Superstar Rooney machte seinem Ruf als Nervenbündel vom Elfmeterpunkt alle Ehre: Bei 20 Versuchen in der Liga scheiterte er schon zum siebten Mal. So sorgte Abwehr-Routinier Patrice Evra per Kopf (67.) für die Vorentscheidung. Arsenal, nach Gelb-Rot für Jack Wilshere (69.) nur noch zu zehnt, verkürzte durch Santi Cazorla (90.+4).

Die Gunners haben ohne van Persie ein Mittelstürmer-Problem. Auch Lukas Podolski hat seit sechs Liga-Spielen Ladehemmung - und im Schnitt zuletzt mickrige ein bis zwei Torschüsse abgegeben. Nach drei Pleiten in den jüngsten fünf Premier-League-Partien hat Arsenal nach dem zehnten Spieltag nur 15 Punkte verbucht, so wenige wie seit der Saison 1994/95 nicht mehr. ManUnited dagegen hat mit 24 Zählern erstmals in dieser Spielzeit den FC Chelsea (23) an der Spitze verdrängt. Dabei profitierten die Red Devils vom 1:1 der Blues bei Swansea City. Meister Manchester City als Dritter (22) kam nicht über ein 0:0 bei Aufsteiger West Ham United hinaus.

Der FC Liverpool hinkt mit dem Ex-Dortmunder Nuri Sahin weiter den eigenen Ansprüchen hinterher. Die Reds kamen nicht über ein 1:1 (0:1) gegen Newcastle United hinaus und sind damit mit nur elf Punkten Tabellen-Zwölfter. Kapitän Steven Gerrard bestritt am Sonntag sein 600. Pflichtspiel für Liverpool, für das es nach Newcastles Führung durch Yohan Cabaye (43. Minute) nur noch zum Ausgleich durch Uruguays Starstürmer Luis Suárez (67.) reichte.

dpa

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