EM-Held Mandzukic: Wechsel zu Mega-Klub?

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Mario Mandzukic erzielte bei der EM bislang drei Tore.

Posen - Der Abschied des kroatischen Stürmerstars Mario Mandzukic vom Bundesligisten VfL Wolfsburg steht anscheinend bevor - trotz laufenden Vertrages bis 2014. Auch ein Mega-Klub soll Interesse angemeldet haben.

Die Freude über den dritten EM-Treffer wich schnell dem Frust über das Verhalten seines Arbeitgebers. „Klar, bin ich“, antwortete Mario Mandzukic auf die Frage, ob er vom VfL Wolfsburg enttäuscht sei. Trotz eines Vertrages mit dem Bundesligisten bis 2014 will Trainer-Manager Felix Magath den 26 Jahre alten Kroaten im Sommer angeblich verkaufen. Einen neuen Verein zu finden, dürfte aber kein Problem sein: Mit drei Treffern in zwei Spielen hat sich Mandzukic bei der EM gut sichtbar ins Schaufenster gestellt.

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Magath indes erklärte, dass er davon ausgehe, dass Mandzukic in Wolfsburg bleibe. „Es liegt kein Angebot von einem anderen Klub für Mario vor“, sagte er dem Sport-Informations-Dienst (SID), betonte aber auch: „Ich kann mir gut vorstellen, dass Vereine aus der Champions League allmählich Interesse an ihm zeigen, weil er bei der EM in der Tat Top-Leistungen zeigt.“

Mandzukic lässt das kalt. „Ich bin nicht hier, um mich zu zeigen. Wir sind gekommen, um mit der ganzen Mannschaft etwas zu erreichen“, sagte er nach dem 1:1 der Kroaten gegen Italien, bei dem er den wichtigen Ausgleich (72.) erzielt hatte. Sein Land darf weiter vom Einzug ins Viertelfinale träumen, seine eigene Zukunft stellt er zurück: „Ich bin jetzt konzentriert auf die EM, danach werde ich sagen, was ich mache.“

Trotzdem: Angreifer Mandzukic ragt mit seinem Torinstinkt heraus - und überzeugt auf ganzer Linie. „Super-Mario rettet Kroatien“, schrieb die Zeitung „Sportske novosti“. Bei Magath ist der VfL-Topstürmer der Vorsaison (12 Tore, 10 Vorlagen) trotzdem schon länger in Ungnade gefallen. Eine negative Körpersprache und kolportierte Wechselgelüste während der vergangenen Saison sollen die Gründe sein. Nun scheint das Tischtuch endgültig zerschnitten.

Die Liste möglicher Interessenten ist lang: Nach Informationen der spanischen Zeitung El Mundo Deportivo hat der FC Barcelona seine Fühler ausgestreckt und einen Scout entsandt, um den Angreifer genau zu beobachten. Weiterhin sollen der AC Florenz aus Italien, der englische Premier-League-Klub Tottenham Hotspur und Lokomotive Moskau interessiert sein. Die Russen gelten als aussichtsreiche Kandidaten: Der kroatische Nationaltrainer Slaven Bilic, ein bekennender Mandzukic-Fan, steht dort in der nächsten Saison an der Seitenlinie, außerdem wären die finanziellen Mittel vorhanden.

Ein Schnäppchen ist „Super-Mario“ sicher nicht. Im Juli 2010 zahlten die Wolfsburger rund sieben Millionen Euro Ablöse an Dinamo Zagreb, der aktuelle Marktwert von 10 Millionen Euro dürfte weiter steigen - und daran wird der VfL mitverdienen wollen.

Dem Stürmer, der nach zwei Spielen gleichauf mit Mario Gomez und dem Russen Alan Dsagojew in der EM-Torjägerliste steht, will sich an den Diskussion um seinen Marktwert nicht beteiligen. „Ich bin Angreifer. Alle sagen, mein Job ist es, Tore zu machen“, sagte er: „Zum Glück gelingt mir das. Aber ich glaube, ich mache auch viele andere Sachen auf dem Platz.“

Gegen Italien wich er auf die ungewohnte rechte Seite aus und leistete sich keine Fehler. „Das war ein taktisches Mittel des Trainers und es hat geklappt. Vorne fühle ich mich trotzdem wohler. ` Dort dürfte er auch am Montag (20.45 Uhr) in Danzig gegen Weltmeister Spanien wieder stehen.

Schon mit einem Unentschieden im letzten Gruppenspiel kann Kroatien den Einzug in die Runde der besten Acht perfekt machen. `Natürlich sind sie eine Topmannschaft, aber das war Italien auch“, sagte Mandzukic: „Wir sind optimistisch und haben ganz sicher keine Angst. Wir gehen raus und spielen nicht auf Unentschieden.“ Mandzukic geht davon aus, dann auch wieder richtig fit zu sein. Nach einem Schlag auf den Fuß musste er in der Nachspielzeit gegen Italien erst mit der Trage von Feld und dann ausgewechselt werden. „Das wird wieder gut, ich hatte schon schlimmere Sachen.“

sid

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