ManCity bleibt Erster - Riesenärger um Suarez

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Luis Suárez (M.) sorgte für Tumulte in England.

Manchester - Manchester City hat die Tabellenspitze mit einem Sieg gegen Aston Villa verteidigt. Doch das Hauptthema in England ist der verweigerte Handschlag des Liverpoolers Suárez und ein Rassismusvorwurf.

So entrüstet hat man Sir Alex Ferguson selten gesehen. Die Trainer-Ikone von Manchester United beschimpfte Luis Suárez als “Schande für den FC Liverpool“ und empfahl dem Erzrivalen, den Stürmer “loszuwerden“. Was sich beim Premier-League-Klassiker United gegen Liverpool abspielte, war peinlich für den englischen Fußball. Auslöser war erneut Suárez: Der Uruguayer verweigerte ManUs Patrice Evra, den er im Hinspiel rassistisch beleidigt haben soll, den Handschlag. “Das hätte Randale auslösen können“, sagte Ferguson.

In der Pause gab es im Spielertunnel Tumulte, Polizisten schritten ein. Zur Nebensache geriet, dass ManUnited die “Schlacht im Old Trafford“ (“Observer“) dank Wayne Rooney am Samstag 2:1 gewann und weiter zwei Punkte hinter Ortsrivale Manchester City liegt. Der Spitzenreiter siegte am Sonntag 1:0 bei Aston Villa.

Nachdem Suárez nach dem Hinspiel-Eklat eine Acht-Spiele-Sperre aufgebrummt bekommen hatte, traf er erstmals wieder auf Evra. Und ignorierte den dunkelhäutigen Franzosen beim traditionellen Handshake einfach. Dieser wiederum packte Suárez am Arm - und der Nächste in der Reihe, Uniteds Rio Ferdinand, zog Suárez kurzerhand seine Hand weg. “Ich habe allen Respekt vor diesem Kerl verloren“, sagte Ferdinand. Auch er ist dunkelhäutig. Sein Bruder Anton ist das mutmaßliche Rassismus-Opfer des abgesetzten englischen Kapitäns John Terry.

Sie bringen die Würze: Reizfiguren des Fußballs

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Suárez' Aktion vergiftete die Atmosphäre. “Dieser bestimmte Spieler sollte nie wieder für Liverpool spielen dürfen“, forderte Ferguson. Suárez fühlte sich missverstanden, wie er sich schon zuvor zu Unrecht verurteilt fühlte. “Ich bin enttäuscht, weil alles nicht so ist, wie es scheint“, twitterte er am Samstag. Der 25-Jährige überstand in Old Trafford einen Spießrutenlauf. Uniteds satirisches Fanmagazin “Red Issue“ zeigte eine Maske im Ku-Klux-Klan-Stil mit den Worten “Suárez ist unschuldig“. 7500 Hefte davon beschlagnahmte die Polizei. Fragwürdige Rückendeckung bekam Suárez dann noch von Trainer Kenny Dalglish: Dieser tat im TV-Interview so, als habe er die Szene nicht gesehen und schob dann grantig die Schuld auf die Medien.

Am Sonntag ruderte Suárez mit einem Statement auf der Club-Homepage unter dem Titel “I'm sorry“ zurück: “Ich hätte Patrice Evras Hand schütteln sollen und entschuldige mich für meine Aktionen.“ Am Abend bat dann auch noch Dalglish um Verzeihung für sein Verhalten - und Rekordmeister ManUnited akzeptierte das: “Jeder in Old Trafford will nach vorne schauen. Die Geschichte unserer zwei großartigen Clubs ist von Erfolg und Rivalität geprägt, wie es im britischen Fußball einzigartig ist.“

Auch Boris Becker mischt sich ein

Auf dem Rasen glänzte Rooney, der mit einem Doppelschlag (47./50.) seine Saisontore 16 und 17 erzielte. Ausgerechnet Suárez (80.) verkürzte. Nach dem Abpfiff baute sich Evra mit gereckten Jubelarmen provozierend vor dem Südamerikaner auf. Ferguson nahm auch den eigenen Mann in die Pflicht: “Das hätte er nicht tun sollen.“

Sogar Boris Becker mischte sich via Twitter ein: “Was stimmt mit Suárez nicht? Lehrt ihn niemand das Einmaleins in Sachen Respekt, Fair Play im Fußball?“ Das Abschneiden seines Lieblingsclubs kommentierte der Ex-Tennisstar nicht: Der FC Chelsea verlor 0:2 beim FC Everton und rutschte durch Arsenals 2:1-Sieg beim AFC Sunderland aus den Top Vier.

dpa

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